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Samstag, 5. September 2015

Pastorale Kuppelei oder missionarische Chance? Tro, hopp och kärlek (svt)

Tro, hopp och kärlek. Das ist der Name einer neuen Doku-Soap im schwedischen (Staats-)Fernsehen. Glaube, Hoffnung, Liebe, eins der bekanntesten Bibelzitate überhaupt. Und offensichtlich mit Bedacht ausgewählt, denn: Es geht um Dating mehr oder weniger im Stil von „Bauer sucht Frau“ (das auch in Schweden mit großem Erfolg gelaufen ist), aber das allein macht es ja nicht interessant genug, um hier erwähnt zu werden. Nein, es geht um Pfarrerinnen und Pfarrer (bzw. einen freikirchlichen Pastor), die einen Partner/eine Partnerin suchen. 

https://instagram.com/josefemanuel/


Das Thema ist in Schweden wahrscheinlich ein bisschen weniger kontrovers als es in Deutschland wäre: In Deutschland prägt (trotz der heldenhaften Einsätze von Simon Böer, Lee Rychter, Robert Atzorn, Christine Neubauer und Veronica Ferres und allen anderen) der zölibatäre katholische Priester das mediale Pfarrbild entscheidend mit, in Schweden ist der aber eine absolute Ausnahmeerscheinung. Vor etwa zehn Jahren gab es schonmal einen Werbespot, der zwei Kolleg_innen beim Flirten zeigte – ganz fremd ist die Idee dem schwedischen Fernsehen also nicht. 

Anfang des Jahres ging eine Mail an diverse Pfarrer_innen raus, Jacob Sunnliden war so nett, sie öffentlich zu machen:
"Im Frühjahr 2015 plant SVT [...] ein neues Format zu produzieren. Ein Format, bei dem es um Glaube, Liebe und Hoffnung gehen soll... Die Sendung soll vier alleinstehenden Pfarrer_innen folgen, die für ihren Job brennen und die einen Lebenspartner finden möchten. Der Gedanke ist auch, dass wir ein moderneres Bild von der Pfarrschaft und davon, was die Kirche heutzutage macht, zeigen wollen. Jetzt suche ich diese Pfarrer. Bist du es? Oder kennst du jemanden, der deiner Meinung nach dazu passt? Das Format soll einen seriösen Ton haben und mehr in Richtung Dokumentation gehen. Ich erzähle sehr gerne mehr und biete ein Gespräch dazu an. Aber ich möchte noch einmal betonen, dass wir eine seriöse Sendung produzieren wollen, die weit entfernt ist von einer albernen Doku-Soap. Keiner der Pfarrer, die mitwirken, sollen sich auf irgendeine Weise Sorgen um ethische oder moralische Problemstellungen machen. Und ich lege persönlich Wert darauf, dass die 'richtigen' Pfarrer_innen hier die Kirche repräsentieren sollen."
Die bindungswilligen Pfarrerinnen und Pfarrer konnten sich auf eine Initiative von SVT hin bewerben und sich dann Ende März mit einem kurzen Video den potenziellen Kandidat_innen vorstellen. 

MIT VIERUNDVIERZIG JAHREN, DA FÄNGT DAS LEBEN AN...

klippen kommer samtliga från svt.se

Der erste, der sein Glück versuchen darf, ist David Castor, ein computerinteressierter, bloggender Pfarrer aus Småland, der theologisch eher konservativ ist und nach eigener Aussage im Laufe seines 44jährigen Lebens noch keine Beziehung hatte. In einem Interview mit Kvällsposten erklärt er: 
„Ich habe keine Ahnung, warum ich ausgewählt wurde. Vielleicht haben sie [die Redaktion] mich bei Facebook gesehen, wo mein Status ‚Single‘ ist. [...] Sie haben damit gelockt, dass das Programm seriös sei und dass es um den Glauben, die Kirche und die Rolle des Pfarrers gehen sollte. Das fühlte sich gut an. [...] Aber diese Datingperspektive schien mir schon eher fremd und etwas, das halt dazugehörte. Aber jetzt finde ich das spannend – wenn auch ein bisschen surrealistisch. [...] Dass ich [...] noch niemanden kennengelernt habe, kann ich eigentlich nicht erkären. [...] Zum Teil hat das damit zu tun, dass ich etwas schüchtern bin, zum Titel hängt das damit zusammen, dass ich arbeite, wenn alle anderen frei haben. [...] Es wäre komisch, wenn ich in meinem Beruf [jemanden kennenlernen würde]. Die Rolle des Pfarrers ist, alle zu sehen. Und als solcher habe ich immer eine leitende Funktion.“ 
Die pastoraltheologischen Fragen, die mit der Sendung zusammenhängen, sind ohne Zweifel interessant. Mindestens genauso interessant ist aber auch die Frage: Wer meldet sich auf eine solche Kontaktanzeige hin? 

Für David hat SVT acht Frauen ausgewählt. Alle mittleren Alters, zum Teil schon mit Kindern aus einer früheren Ehe, eine ist Köchin, eine Schriftstellerin, eine andere Lehrerin. Die meisten tragen irgendwo ein Kreuz oder andere christliche Symbole, dem Dialekt nach zu urteilen kommt auch mindestens die Hälfte aus einer der Gegenden, die eher volksfromm sind: Die Westküste, Småland und andere Orte, die besonders empfänglich für die Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts waren. In kurzen Videostatements geben sie als Gründe für ihre Bewerbung das Übliche an: Er wirkt nett, hat schöne Augen, gefällt ihnen, scheint Humor zu haben und dergleichen. 

David trifft alle acht Kandidatinnen hintereinander, probiert es also mit Speed-Dating. Weil er sich selbst für schüchtern hält, wünscht er sich ein Gegenüber, das etwas forscher ist. Mit der ersten Kandidatin hat er dabei kein Glück, denn die sagt nur: „Hallo“ und „nervös“, und spricht dann einfach nicht mehr, lässt sich auch von Davids aktivem Zuhören nicht zu weiteren Äußerungen bewegen. „Blackout“, sagt sie später. Die zweite Kandidatin ist ungleich gesprächiger, auf seine recht schnelle Frage, wie sie es wohl mit dem Glauben halte, sagt sie: „Ich bin damit aufgewachsen, dass Gott existiert... wenn ich zum Beispiel ein Glas umschmeiße und es im letzten Moment noch auffange, sage ich: ‚Danke, Gott!‘“, und dann sagt sie den sehr schönen, aber auch irgendwie traurigen Satz: „Ich habe nie daran gezweifelt, dass Gott existiert, aber er hat wohl das eine oder andere Mal an mir gezweifelt.“ „Das glaube ich nicht“, ruft David, und freut sich auf ein zweites Date. Sie auch. Die dritte im Bunde hat gleich zwei Kreuze umhängen, eins davon in mindestens Bischofsgröße, und fängt schon an zu reden, bevor sie sitzt: Es sei wichtig, über Jesus zu reden, außerdem sei er, also David, ja so nett. Dann sagt sie etwas streng: „Ich hoffe, dass Dir das mit dem Glauben auch wichtig ist!“ Schließlich sei es nicht, ü-ber-haupt nicht einfach, im heidnischen Schweden als „christliches Mädchen“ jemanden zu finden. Dann will sie noch wissen, was für ihn sonst noch „gutes Material für eine Ehefrau“ ausmache. David rutscht auf seiner Bank hin und her. Er findet das schwer zu sagen, man müsse ja gut miteinander auskommen. Mit mir kommt man gut aus, erklärt sie. David sieht nach dem Gespräch etwas gestresst aus, aber dann kommt auch schon Köchin Gina. Fünf Kinder, seit ihrem 29. Lebensjahr Christin – und mit einem Pastor verheiratet gewesen, der, wie sie freudestrahlend erklärt, David von Aussehen und Wesen her zum Verwechseln ähnlich gewesen sei. Die nächste Kandidatin kennt er schon virtuell, denn sie waren beide Mitglied im selben Forum, der anonymen Sprachpolizei („Du bist ein unglaublicher Nerd“, hatte schon der Moderator treffend bemerkt). Eine weitere Kandidatin tanzt in der Kirche Bauchtanz und geht in die Bibliodramagruppe einer Studentenpfarrerin, bei der sie Frauenfiguren aus dem Alten Testament gestaltet – „das ist ja mal was... äh... anderes“, sagt David und sieht alles andere als begeistert aus. 

ZWISCHEN BIBEL UND BOWLING




Josef Emanuel Barkenblom ist 31 Jahre und damit der Jüngste im Bunde, Jugendpastor der Pfingstkirche Södertörnskyrkan in Huddinge bei Stockholm. Auch er ist äußerst medienaffin, bloggt, twittert und ist bei Instagram. Auf seinem Blog erklärt er, warum er sich nach einiger Bedenkzeit zum Mitmachen entschlossen hat: 
„Ich habe mich entscheiden mitzumachen, weil das wahrscheinlich irgendjemandem helfen kann. Vielleicht hilft das jemandem zu einem positiven Bild von Gott, Christen, der Kirche und dem Bild von Pastoren! Und wie wir auf Beziehungen sehen. Ich dachte, ich bekomme eine Chance, mit meinem Leben zu ‚predigen‘. Nicht nur sonntags, sondern auch montags. Ich habe mich entschieden mitzumachen, weil wir alle mit Beziehungen zu tun haben und weil ich glaube, dass gesunde Vorbilder notwendig sind und ich ein solches sein will. Ich bin nicht perfekt. Ich habe eine Menge Fehler gemacht. Aber ich glaube an das Leben, das ich lebe und glaube, dass es das aushält, auf die Probe gestellt und im Fernsehen gezeigt zu werden. Beziehungen, Liebe und Sex sind Gottes Ideen, deswegen sollten wir, die wie Leiter sind und für Gott sprechen, auf jeden Fall zeigen können, wie das gehen soll. Darum zeige ich öffentliche Dates. Ich glaube nicht, dass das für mich einfacher wird, aber ich will dem Ganzen auf jeden Fall eine Chance geben. Vielleicht kann ich the love of my life finden!! =)“ 
In die engere Auswahl von Josef, der in seinem Bewerbungsvideo deutlich gemacht hat, dass er eine Heiratskandidatin sucht und Sex nur in der Ehe für ihn in Frage kommt, kommen fünf Frauen ungefähr in seinem Alter, darunter drei Studentinnen, eine Innenarchitektin und eine Kollegin, ebenfalls aus der Freikirche. Sie geben andere Gründe für ihr Mitmachen an: Sie suchen die Herausforderung, wollen ihren Glauben mit jemandem teilen, nicht mehr allein sein. Bevor sie zum Date fahren, beten sie daher gemeinsam für einen gelungenen Tag.

Um den Glauben geht es auch bei seinem ersten Date mit Johanna (der Innenarchitektin), bei dem sie sich zum Bowlen treffen. 

"NICHT OHNE MEINE CHEFIN"


Åsa Meurling ist 52 Jahre alt und Pfarrerin auf einigen Inseln vor Stockholm. Über ihre Motivation zum Mitwirken bei Tro, hopp och kärlek erklärt sie im Interview mit der Lokalzeitung „mitt i“
„Zuerst dachte ich, das sei ein Scherz, aber dann hat das Fernsehen mich angerufen, und da habe ich angefangen zu überlegen. Es ist nicht so einfach, hier draußen jemanden kennenzulernen. Ich treffe viele Menschen in meiner Gemeinde, aber ansonsten bewege ich mich nicht in Kontexten, in denen ich jemanden kennenlernen könnte. Und es ist ja nicht gerade so, dass der Richtige im Lebensmittelgeschäft von Djurö auf mich wartet. [...] Ich war ein bisschen unsicher, ob ich als Pfarrerin wirklich die Liebe im Fernsehen suchen kann, aber dann habe ich mit mehreren aus der Gemeinde gesprochen, und alle fanden das eine tolle Idee – Alte wie Junge! Aber vor allem finde ich es gut, ein realistisches Bild vom Beruf zeigen zu können. Viele haben vielleicht so eine Vorstellung, dass Pfarrer_innen sich für etwas Besseres halten und dass wir todernst sind, aber wir sind ja auch nur Menschen. [...] Der, den ich suche, muss sich nicht ‚Christ‘ nennen, aber sollte schon offen für die spirituelle Welt sein. Er sollte mein Alter haben, Wärme ausstrahlen, Nähe mögen und Humor haben.“ 
In Åsas engere Auswahl kommen fünf Männer, zu denen ihre Kollegin bei der gemeinsamen Durchsicht der Bewerbungsschreiben bemerkt: „Die wirken alle schon extrem seriös. Keiner scheint ja den geringsten Zweifel zu haben, dass er dich heiraten will...“ 

Screenshot från http://www.svtplay.se/video/3372423/tro-hopp-och-karlek/tro-hopp-och-karlek-sasong-1-avsnitt-1?tab=klipp

Zu ihrem ersten Date nimmt sie auch gleich Kollegin Yvonne, die auch ihre Chefin ist, mit. Das Gespann trifft auf alle Bewerber gleichzeitig, man verabredet sich am lauschigen See. Ein ehemaliger Berufssoldat hofft, dass sie keine Vegetarierin ist und dass sie nicht abends in der Küche Oblaten backt und Abendmahlswein braut. Ein pensionierter Manager möchte vor allem irgendeine Partnerin haben, und eine Pfarrerin könnte ja ein bisschen mehr Ordnung ins Leben bringen. Die Chefin übernimmt im Folgenden bei Sekt und Fingerfood die Gesprächsleitung, und man fragt sich bei den kurzen Ausschnitten, wer da eigentlich verkuppelt werden soll. In der nächsten Folge, das verrät die Vorschau am Ende, wird Åsa weinen. Und das fühlt sich nicht gut an. 

FUNKTIONSPFARRER FLIRTEN LEICHTER?


(c) blogg.svenskakyrkan.se
Kristin Molander ist 45, geschieden und arbeitet nicht als Gemeindepfarrerin, sondern im Kirchenamt, wo sie für den Kontakt zum ÖRK und zum LWB zuständig ist. Sie glaubt nicht, dass es ihr schwerer als anderen Leuten falle, jemanden kennen zu lernen, führt das aber auch darauf zurück, dass sie keine Gemeindepfarrerin ist: 
„Wenn man zum Beispiel als Gemeindepfarrerin in einer Kleinstadt arbeitet, gehört man ja ein bisschen zur Lokalprominenz, und dann trauen sich nicht alle Männer, die Initiative zu ergreifen und die Dorfpfarrerin anzubaggern. Mein Eindruck ist, dass sich eher Frauen auf so eine Art Beziehungsdrama einlassen. [...] Das allgemeine Bild von der Kirche und von Pfarrern ist relativ oberflächlich. Ich frage mich, wo diese Vorstellungen herkommen, und ich glaube: Der moralische Lebenswandel von Pfarrerinnen und Pfarrern, was man darf und nicht darf. Es gibt eine Erwartungshaltung von außen, dass man moralisch überlegen sein soll. Zusammenfassend kann man sagen, dass es viele Vorurteile gibt, starke und sehr vereinfachende.“ Im Interview mit unt.se scheint sie mit einiger Skepsis auf die Sendung zurückzublicken: Sie beschreibt die zwei Wochen, in denen sie aufgezeichnet wurde, als „eine Herausforderung und ein bisschen durchgedreht [...]. Ich hatte ja zwei Wochen Urlaub, Alltagsdinge wie Einkaufen und das Bringen und Abholen meiner Kinder spielten keine Rolle – die Welt draußen wurde ausgesperrt. Alles wurde zu einem künstlichen Spiel, in dem sich alles darum drehte, Männer kennen zu lernen [...]. Das Liebesleben ist kompliziert geworden, würde ich sagen...“ 
In dem etwas kritischeren Interview mit Kristin (mit der es offenbar Spannendes im Laufe der Sendung zu erleben gibt) erfährt man auch ein bisschen mehr über den Ablauf: Insgesamt um die 250 Pfarrerinnen und Pfarrer wurden gecastet, die Kandidat_innen, die den in der Sendung Mitwirkenden vorgeschlagen wurden, wurden außerdem, im Gegensatz zu den Aussagen des Moderators Mark Levengood, von der Produktionsfirma, nicht von ihnen selbst ausgewählt. 

In einem anderen Interview mit der schwedischen Kirchenzeitung Kyrkans tidning gibt auch Kristin eher berufliche Gründe für ihre Teilnahme an:
"Ich tue das hier für die Kirche und für mich, in der Reihenfolge. Das hier ist ein neuer Kontext für die Kirche, und kann ich dazu beitragen, indem ich christliches Verhalten zeige, dann will ich das machen. [...] Das Primäre ist für mich nicht, jemanden kennen zu lernen. [...] Wenn KG Hammar [der vorletzte schwedische Erzbischof] nur nieste, sind Leute aus der Kirche ausgetreten, und manche sind eingetreten. [...] Als Pfarrerin ist es schwer, alles ganz richtig zu machen, das ist meine Erfahrung. Ich bin im Reinen mit mir und meinem Glauben und meiner Berufung, so gehe ich damit um."
Kristins Kontaktanzeige hat anscheinend, wie schon bei David, am Ehesten diejenigen Kandidaten angesprochen, die man vielleicht als Erstes mit dem Format „Castingshow“ verbindet. Nizze, 48, ist angezogen wie ein Bestatter, nennt sich aber „Universalkünstler“, und hat sich nicht nur zu einem streichergeschwängerten „Liebeslied an Kristin“ hinreißen lassen, das er mit großem Ernst und annähernder Taktsicherheit vorträgt, sondern auch zu einem Armband, das er in der heimischen Schmiede zusammenhämmert. Tomas, der schon als Krankenpfleger, Soldat und Schauspieler gearbeitet hat, stellt fest: „Bei der Liebe ist es wichtig, dass das beidseitig ist. Sonst ist es ja sogar illegal.“ Rickard leert vor dem ersten Date, bei dem Kristin alle fünf auf einmal zum Grillen bei sich zuhause einlädt, eine halbe Flasche Parfüm über sich aus, steckt sich das türkise T-Shirt in die hochgezogene Jeans und freut sich, dass sie ihn von seinem Foto wiedererkennt. Nur in einer Bewerbung spielt das Thema Religion eine Rolle, bei allen anderen sind es auch eher die üblichen Gründe, insofern: Kein großer Unterschied zu anderen Kuppelshows, was vielleicht auch an Kristins Arbeit liegt. 

Am Ende strahlt Mark Levengood in die Kamera: „Glaube ist da, Hoffnung ist da – aber kommt auch die Liebe dazu? Jetzt beginnt das ernsthafte Dating, und wir werden merken: Es ist nicht einfach, den richtigen Partner fürs Leben zu finden. Sogar dann, wenn man Pfarrer_in ist.“

REAKTIONEN IN SCHWEDEN


Gerade zu Beginn der Vorarbeiten hat das Format natürlich für Reaktionen gesorgt. Jacob Sunnliden, ein bloggender Kollege, schrieb bereits im Januar, als die ersten Anfragen rausgingen: 

"Ich bin zwiegespalten bei dieser Idee. [...] [Die Produktionsfirma] will ein moderneres Bild der Pfarrerschaft zeigen. Moderner als welches, ist da die natürliche Frage? Aber dann wiederum ist das eine seriöse Serie, die außerdem bilden soll. Die Dokusoaps von SVT sollen darüber Auskunft geben, was die Kirche ist? Nja, ich bin skeptisch. [...] Nein, die Idee kann gut und vielleicht durchführbar sein. Aber ich mache mir keinerlei Sorgen, ob die Sendung überhaupt durchgeführt werden kann oder ob die Produktionsfirma Kandidaten finden könnte. Nein, so gut kenne ich meine Kirche..."

Die Reaktionen auf die Ausstrahlung der ersten Folge sind unterschiedlich. Auf dem Blogg der "Parteipolitisch Ungebundenen in der Schwedischen Kirche" (POSK), einer Partei im Kirchenparlament, schreibt ein_e Rezensent_in:
"Das Format hat viel Kritik bekommen, bevor es anfing. Sollen Pfarrer_innen wirklich bei einem Dating-Programm mitmachen? Jetzt habe ich die erste Folge gesehen. Ich finde, dass es gar nicht so schlimm ist. Es geht um Menschen, die die Liebe suchen und die durch ihren Beruf und ihr Leben Schwierigkeiten haben, jemanden zu finden. Und sie sind auch unerhört deutlich mit ihrem Glauben und dass dieser etwas für ihr Leben bedeutet. [...] Man könnte ja sagen: 'God moves in mysterious ways.'"
Im Editorial von Göteborgs-Posten wird Tro, hopp och kärlek als eins der Beispiele dafür angeführt, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Schweden seinem Auftrag und seinen eigenen Ambitionen nicht gerecht wird. 

TV-Bloggen schreibt ganz begeistert von der ersten Folge: 
"In der Ankündigung von SVT heißt es u. a., dass die Serie ein Bild davon geben will, worum es heutzutage im Pfarrberuf geht. Nach der Pilotfolge, die im Frühjahr gesendet wurde, und der Episode von heute Abend entsteht der Eindruck, dass der Fokus doch auf der Paarbildung und der Paarbeziehung liegt, und da unterscheiden sich Pfarrer_innen nicht so sehr von so genannten normalen Menschen, auch wenn sie erwartungsgemäß eine gewisse Menschenkenntnis und Lebensweisheit besitzen. Gut so, die Programmidee "Pfarrer sucht Lebenspartner" ist hochgradig interessant, und die Kostprobe von den Personen, die die Pfarrer_innen daten wollen, macht es nicht weniger interessant. Man glaubt ja, dass man als Zuschauer ziemlich schnell erkennt, zwischen wem es letztendlich funken wird. Man guckt allerdings nicht nur um zu sehen, ob man recht hat, sondern auch, weil das hier eine gut gemachte und engagierende Produktion zu sein scheint."

Offizielle Stellungnahmen der Kirche gibt es, soweit ich weiß, nicht.

EINFÄLTIGES BEDENKEN...


Eine Sendung wie diese weckt gleich eine ganze Reihe pastoraltheologischer Fragen, vielleicht sogar Zweifel berufsethischer Art. Mir fällt auf, dass drei von den vieren letztlich volksmissionarische Motive anführen, die sie zu ihrer Teilnahme bewegen: Sie wollen zeigen, dass Pfarrer_innen eben nicht 'anders' sind, sondern Menschen wie Du und Ich, die Kirche und ihre Vertreter_innen sollen als volks- und lebensnah gezeigt werden, sie wollen christliche Werte vermitteln. Diese Begründung liest man immer wieder, bzw. meistens dann, wenn Pfarrer_innen in Kontexten auftauchen, die ungewohnt scheinen. Nicht immer kann man sich dabei von dem Eindruck freimachen, dass hier ein eigentlich privates Interesse im Vordergrund steht, das pastoraltheologisch legitimiert wird. Gleichzeitig nehmen die Kandidat_innen damit die Argumentation des Fernsehsenders auf, der bei der Ankündigung der ersten Staffel verlauten lässt: "Mit Tro, hopp och kärlek wollen wir einen Einblick in einen Beruf geben, der von Vorurteilen umgeben ist, und zeigen, dass Pfarrer_innen und Pastoren auch eine Sehnsucht nach Liebe und Ehe haben, genau wie die meisten von uns."

Aus Sicht gängiger pastoraltheologischer Modelle würde man dem wahrscheinlich widersprechen müssen. "Der Pfarrer ist anders", schrieb schon Josuttis vor etlichen Jahren, und auch Isolde Karle, die in ihrem professionstheoretischen Ansatz sehr viel argumentative Mühe aufwendet, um aufzuzeigen, dass Pfarrer_innen ein bisschen Distanz zum gemeinen Volk ganz gut tut, hätte wohl etwas dagegen. Man wird auch fragen können, ob die medial inszenierte Vermischung von Privatperson und öffentlicher Rolle wirklich für die Einzelnen so gesund ist - aber das müssen die Kolleg_innen wohl selbst in der Supervision klären. 

Natürlich hat SVT es geschafft und mich bei meiner Neigung zur Fernsehsucht gepackt - die nächste Folge steht rot im Kalender. Und, ja, das Programm ist gut gemacht, die Kandidat_innen und vor allem ihre potenziellen Partner_innen, von denen einige Material bieten, von dem man im Schneideraum von RTL nur träumen kann, werden fast liebevoll dargestellt. Trotzdem komme ich aus dem Stirnrunzeln nicht mehr raus. Die Schüchternheit von drei der vier Kolleg_innen fordert Sympathie im wortwörtlichen Sinne heraus, aber wenn in der Vorschau schon Tränen zu sehen sind, fragt man sich doch, ob es letzten Endes nicht doch darum geht, im Dienst der Quote Emotionen zu generieren oder zumindest zu triggern und dann auszuschlachten. Und ob man als Pfarrer_in diese Art Fernsehen unterstützen will. 

Hui, so viel Text. Aber jetzt interessiert mich brennend: Was haltet Ihr, ob Kolleg_in oder nicht, von dem Format? Und: Welche Fragen würdet Ihr den Beteiligten stellen (Interviewanfrage ist schon raus...)?

Freitag, 26. Dezember 2014

Sonn- und feiertags gucken Pfarrer_innen, nach gehaltener Predigt, gern Tatort. Manchmal leider auch den aus Saarbrücken...


Montag, 8. Dezember 2014

Oh! Oh! Die Weihnachtsgeschichte an Fäden!

Wie evangelisch.de vermelden kann, bringt die Augsburger Puppenkiste, die es ja als reguläres Kindertheater auch heute noch gibt, in diesem Winter die Weihnachtsgeschichte auf die Bühne. Als großer Fan der Weihnachtsgeschichte und der Puppenkiste juckt es natürlich in den Fingern, schnell einen Eintagesurlaubsantrag an die Superintendentur zu faxen und sich auf in den Süden zu machen - selbst auf das Risiko hin, keine der Restkarten an der Tageskasse zu bekommen. 

Schade nur, dass bei der "möglichst bibeltreuen" (und d. h. wohl vor allem schneefreien) Inszenierung die Altstars in der Vitrine bleiben dürften.


Sonntag, 2. November 2014

Fernsehpfarrer 2.0: Von Schweigepflicht und Dienstverhältnissen

Seit einigen Wochen hat Fernsehpfarrer Andreas Tabarius wieder den Talar vom Nagel genommen und fegt durch die Bonner Heiland-Kirchengemeinde. Zeit, den Alltag im Männerpfarrhaushalt und vor allem die Amtsführung des fiktiven Kollegen weiter unter die Lupe zu nehmen - und wie schon bei der ersten Staffel, so gilt auch jetzt: Hier wird nicht rezensiert, weder das genre- und sendezeittypische Drehbuch, noch die Leistung des (durchgehend eigentlich sehr solide agierenden) Schauspielensembles. Stattdessen geht es darum, die Darstellung des pastoralen und gemeindlichen Alltags einem Praxischeck zu unterziehen - denn: Ob wir wollen oder nicht, der Fernsehpfarrer prägt landauf, landab die Vorstellungen davon, wie ein "richtig guter Pfarrer" so schaltet und waltet. 

TABARIUS UND DIE SCHWEIGEPFLICHT


Gleich die erste Folge der zweiten Staffel hat mit einem großen ethischen Dilemma aufgewartet (nach dem Tabarius eigentlich sein Amt gar nicht mehr ausüben dürfte): Im Rahmen eines ausdrücklich seelsorglichen Gesprächs teilt ein junger Mann dem Pfarrer mit, er sei der bislang flüchtige Fahrer, der seine Frau totgefahren habe, und er möge ihm doch bitte unter Christenmenschen vergeben. Das klingt ein bisschen wie die leidlich aussagekräftigen Fragespielchen, mit denen man immer mal wieder konfrontiert wird, um irgendwelche ethischen Grundsatzfragen abzuwägen. Das wäre natürlich eine pastoralpsychologische Kernschmelze, mit der aber das gravierende Dienstvergehen nicht zu rechtfertigen ist: Denn Tabarius bespricht seine Situation in aller Ausführlichkeit mit einer ganzen Reihe von Unbefugten, darunter der Sekretärin und seinen Söhnen. Und das geht nicht. Ab-so-lut und überhaupt gar nicht, so nachvollziehbar das Bedürfnis auch in dieser überfordernden Situation sein mag. Die Problematik zieht sich durch die gesamte Serie, auch, weil die Gemeindeamtssekretärin offenbar auch den Kalender des Herrn Pfarrer führt, und deswegen muss an dieser Stelle einmal gesagt sein: Liebe Herzensbrecher-Fans, bitte, bitte, bitte glaubt uns, dass wir im wirklichen Leben sorgfältiger mit dem Seelsorgegeheimnis umgehen!

Aber: In und um die Heilandkirche interessieren solche dienstrechtlichen Petitessen bekannter Maßen niemanden - wie schon mehrfach betont, lebt die Serie davon, dass sie den Antagonismus von Amt vs. Charisma inszeniert: die verknöcherte, menschenfeindliche Institution der Amtskirche (in der Regel personalisiert in der Figur der verbitterten Presbyteriumsvorsitzenden) gegen den charismatischen, unkonventionellen, menschen- und lebensnahen Pfarrer, den dann auch das Pfarrdienstgesetz wenig kümmert. Ebensowenig wie die Straßenverkehrsordnung - denn am Anfang der vorletzten Folge parkt der Kollege bräsig im absoluten Halteverbot vor dem Krankenhauseingang und wird folgerichtig abgeschleppt, ob man nun "im Dienste des Herrn" unterwegs ist oder nicht. 

VON WEGEN KOLLEGIALITÄT UND SO...


Da die Presbyteriumsvorsitzende plötzlich so etwas wie Gefühle zeigt, muss natürlich ein neuer Antipathieträger her. Zu diesem Zweck treffen sich Höchstselbe, die allgegenwärtige Schwester Sabine (wer ist das eigentlich?) und der Superintendent in konspirativer Absicht, denn: Pfarrer Tabarius ist offensichtlich überlastet, deswegen soll ein zweiter Pfarrer berufen werden. Das findet Tabarius natürlich gar nicht gut und erinnert die verschworenen Freunde wütend daran, "dass ich einen Vertrag habe." Äh, nein. Hat er nicht. Denn: Pfarrer_innen arbeiten (zumindest in der Regel) in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis, das heißt: Sie werden in den Dienst berufen (deswegen hat Tabarius keinen Vertrag, sondern eine Urkunde) - und auch nicht für abgeleistete Stunden bezahlt, sondern alimentiert, um ihr Leben und Arbeiten in den Dienst der Kirche stellen zu können. 



Ein Neuer steht trotzdem schon in den Startlöchern, er weiß, wie der Herr Superintendent betont, "dass es sich nur um ein Pfarrdienstverhältnis auf Probe handelt", außerdem habe er ihn "mit Bedacht ausgewählt". Auch das ist ziemlicher Quatsch: Superintendenten suchen sich ihre Pfarrer_innen z.A. (zur Anstellung) nicht einfach so aus, diese werden vielmehr von der Landeskirche zugewiesen - natürlich zum Teil mit Rücksprache. Aber: Solche Dinge werden nicht einfach so hinter verschlossenen Türen geregelt - auch da ist das Pfarrdienstgesetz vor. Dass der Fernsehpfarrer darüber verärgert ist, ist angesichts des konspirativen Charakters kaum verwunderlich - und stimmt auch noch auf einer tieferen Ebene: Eine ganz Reihe von Kolleg_innen wollen sich nämlich gar nicht entlasten lassen... Jedenfalls tritt der Neue schon am Ende der letzten Folge auf, und schon die gestalterischen Mittel lassen erkennen, welche Konflikte auf die brave Bonner Kirchengemeinde zukommen: 



DAS PRIVATLEBEN IM PFARRHAUS...


Ansonsten steht in der Folge vor allem das Privatleben im Tabarius'schen Pfarrhaus im Vordergrund: Sohn I schleppt eine Freundin an, die "nur" Friseuse ist und überhaupt sehr nervig. Die beiden ziehen zusammen, sehr zum Verdruss aller Beteiligten. Gerade dabei wird deutlich, dass das Drehbuch letzten Endes inhärent sexistisch strukturiert ist: Es ist natürlich eine Frau, die die traute Männerwirtschaft aufbricht. Sohn III gerät in falsche Gesellschaft, sitzt mit Bierflasche in der Hand vor einem Plattenbau und ist ganz offensichtlich derjenige, der, wie evangelisch.de unlängst spoilerte, "ins Drogenmilieu abrutscht" - dann wissen wir auch, dass Sohn II sich im Laufe der nächsten Folgen outen wird. Entgegen der letztjährigen Kritik von Jörg Tilmes am Format sind die Söhne also nicht mehr "zu jung um schwul oder drogensüchtig zu sein". Es bleibt also spannend in der Fernsehgemeinde...


Samstag, 20. September 2014

Wenn Behördenkirche und Rundfunkanstalt sich küssen...

Es gibt einige Dinge, deren Existenzgrund, Sinn und Mehrwert mir auf ewig verborgen bleiben wird. Stechmücken gehören dazu, außerdem so ein seltsamer Metallstab mit Applikationen, der seit Jahren ungenutzt in meiner Küchenschublade herumliegt, weil es sein einziger Verwendungszweck ist, rohe Kartoffeln in hauchdünne Spiralen zu schneiden. Dann wiederum gibt es Dinge, die ich an sich für eine grandiose Idee halte, aber deren Umsetzung ich total bescheuert finde. Hierzu fallen mir gerade keine Beispiele ein, ist aber auch egal.

Jedenfalls: Irgendwo dazwischen liegt das Wort zum Sonntag, mit seinem Start am 8. Mai 1954 die zweitälteste Sendung im deutschen Fernsehen nach der Tagesschau. In den mittlerweile 60 Jahren hat sich an Sendeplatz und -konzept einiges geändert, an der Umstrittenheit des Formats eher wenig. In den letzten Monaten stand die Kirchensendung gleich mehrfach in der Kritik, so etwa im März dieses Jahres. Da war es Arno Frank in den Zeitzeichen, der eine eher theoretische Debatte anstieß. Mitte Juni dann brachte es ein Beitrag von Verena Maria Kitz über die Fußball-WM sogar zu einem eigenen Twitter-Hashtag (#huch) und sorgte für derartiges (und in seiner Schrillheit letztlich auch ungerechtes) Hohngelächter in den sozialen Medien, dass zum Glück niemand auf die Idee kam, sich des noch weitaus bestürzenderen ZDF-Fernsehgottesdienstes vom Morgen danach anzunehmen.





Die Kritik am Format ist dabei alles andere als neu. Schon 1965 befand ein TV-Kritiker unter dem Pseudonym "Momos" in der ZEIT (29/1965):
Ein Spektakel der Unangemessenheit, ein Schauspiel der Anbiederung, eine peinliche Moritat. Setzt euch zusammen und studiert die Homiletik des Bildschirms; lernt, daß man vom Kreuz heute nicht mehr im Spener-Ton, aber noch weniger im Stil der Madison Avenue predigen kann. Schweigt eine Weile, laßt an eurer Stelle Menschen reden, Böll oder Dirks, die ein wenig von der Sache, von der Wahrheit und von der Sprache, verstehen. Lest aus der Bibel vor. 
Der SPIEGEL bilanzierte in einem Artikel anlässlich des 15jährigen Bestehens (an dem nebenbei auch auf faszinierende Weise deutlich wird, wie unverhohlen und triefend sexistisch man noch 1969 vor sich hin onkeln konnte):
Das Gros der Bildschirm-Hocker schätzt die Fünf-Minuten-Pause vor dem erwarteten Krimi oder Western. Sie ist willkommen für den Austausch von Meinungen und Bierflaschen sowie für Abstecher auf Aborte. 
Barbara Sichtermann sparte 1994 nicht mit Galle, als sie, im milieutypisch verquasten Ton der Alt-68er, in der ZEIT schrieb:
"Es läßt sich aber doch aus dem „Wort zum Sonntag“ was lernen. Und zwar: daß jede Dogmatik, ob geistlich oder profan, jede Einlassung zu Welt und Mensch, die nicht mehr tun kann, als im Sinne des Dogmas interpretieren, da alle Rätsel bereits im Kanon gelöst sind, entsetzlich dumm macht. All die Gleichnisse, Histörchen, Lehren und Moralen, vorgetragen bis in unsere Tage mit jenem eisgrauen, anmaßenden Tremolo, das einst vielleicht eine mimetische Antwort auf das Echo in den Kirchen war, heute aber nur noch unerträglich verstockte Besserwisserei mitzittern läßt – all das ist von einer so erbarmungswürdigen geistigen Armut, daß man unseren Talk-Show-Mastern und Volksmusik-Conférenciers, die im TV für Flachsinn stehen, Abbitte leisten möchte."
Bei dem frustrierten Sonntagsbeworteten, der seine Kritik 1965 unter die menetekelhafte Überschrift "Galater 6,7" stellte ("Täuscht euch nicht: Gott lässt sich nicht verhöhnen! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten"), handelte es sich übrigens um den Tübinger Altphilologen und Universalgelehrten Walter Jens, und er steht stellvertretend für eine ganze Reihe von Kritikern, die nicht die Existenz des Wort zum Sonntag an sich, sondern inhaltliche Grundentscheidungen bemängeln. Wie zum Beispiel Dorothee Sölle, die irgendwann Anfag der Siebziger sagte:
"Die Anpassung, das Nett-zueinander-Sein ... die Vermeidung jeglichen Ärgernisses ist der Tod des Evangeliums ... das ist das reine, freundliche Geschwätz."
Oder auch jüngst Arno Frank. Er fordert gleich in der Überschrift: "Schafft es ab!" Man kann ihm widersprechen, wer das tut, sollte aber auch Antworten auf die mehr als berechtigten Fragen parat haben, die Frank in seinem Votum stellt:
Welchen Trost könnte privater Sonnenaufgangskitsch jenen Menschen spenden, die in einer existenziellen Krise stecken? Wie sollten ausgerechnet kritische Kirchenferne von vitalistischer Glaubensheiterkeit angezogen werden? Welchen Sinn stiftet überhaupt ein "Wort zum Sonntag", das allwöchentlich den ohnehin Bekehrten rein gar nichts predigt, was über das Niveau handelsüblicher Frauenzeitschriften hinausginge? Wo bleibt bei aller Verkündungsfreude der Begründungsfleiß? Denn gute Gründe für den Glauben gibt es doch, oder?
Was mich wundert: Wann immer beim Wort zum Sonntag besonders tief ins Klo gegriffen wird, wird der betroffene Sprecher oder die betroffene Sprecherin kübelweise mit Häme übergossen, als seien sie die Verantwortlichen für das, was samstagsabends über die Bildschirme flimmert. Nur: Das sind sie gar nicht. Zwischen den Erstentwurf des Sprechers und das sendefertige Endprodukt hat der liebe Gott oder der Sender oder das Rundfunkreferat oder auch alle drei zusammen eine Reihe redaktioneller Instanzen gestellt, das ist bei ARD und ZDF nicht anders als bei den Radioandachten im öffentlichen oder privaten Lokalfunk. Und man kann davon ausgehen, dass der Umfang der redaktionellen Eingriffe proportional zum Verbreitungsradius der Sendung ansteigt - wo auf Lokalradio Niveau Experimente gewagt werden können, muss im Ersten eingepasst werden. Das merkt man dann, wenn man Sprecherinnen und Sprechern des Wort zum Sonntag im richtigen Leben begegnet und erstaunt feststellt, dass sie mitnichten so platt, gekünstelt und angestrengt sind, wie ihre Texte und Performances vor der Kamera es glauben machen.

Das beruhigt einerseits im Blick auf die betroffenen Kolleg_innen. Aber es weckt andererseits auch die Frage, wo die Stellungnahmen der Verantwortlichen bleiben, wenn in der Öffentlichkeit qualifizierte und drängende Fragen zu ihrem Sendeformat gestellt werden. Als Arno Frank weiland die Abschaffung forderte, äußerte sich wenigstens Alfred Buß, ehemaliger Präses der Westfälischen Landeskirche, dazu - allerdings erst auf Einladung der UK, und dann auch "nur" als Teil des aktuellen Sprecherteams. Nikolaus Schneider streifte in seiner Laudatio zum Jubiläumsfestaktes Anfang des Jahres die Kritik am Format nur im Nebensatz und verlor sich in kirchentypisch wolkigen Formulierungen, die immer dann abgesondert werden, wenn man sich verunsichernden Zielgruppen- oder gar Effizienzanalysen verweigern möchte:
Seit sechs Jahrzehnten werden wir durch dieses beständige Format am Samstagabend daran erinnert, dass der Mensch mehr ist als die Summe seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten, seiner Taten und der Werke seiner Hände. Menschen sind Geschöpfe und Ebenbilder Gottes, und unser Leben ist ein Geschenk – das ist die Grundbotschaft, der cantus firmus seit 60 Jahren.
Möglicherweise wird sich ja gar nichts ändern lassen. Denn viele Aspekte der Kritik treffen über das Wort zum Sonntag hinaus nicht nur die Kirche im Allgemeinen, sondern auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit seiner spezifischen Ästhetik. Auch da gibt es Stilmanierismen, gestelzte Formen jovial-unpersönlichen Journalistensprechs, die Pfarrer_innen mitunter in Workshops als nachahmenswert untergejubelt werden. Wenn man sich andere kirchlich verantwortete Formate anschaut (es ist ein Grund zur Dankbarkeit, dass bislang keine größere Öffentlichkeit von Frisch! Fromm! Frei!, einem besonders abstrusen Machwerk der Württemberger, Notiz genommen hat), dann scheint es sich hier um einen Systemdefekt zu handeln: Das Wort zum Sonntag und der wöchentliche Fernsehgottesdienst sind die blässlichen Kinder einer Zweckehe von Behördenkirche und Rundfunkanstalt. Das klingt nicht nur unsexy, sondern irgendwie auch inzestiös. 

Nur: Selbst dann muss man sein Tun und Lassen doch begründen können, selbst das dispensiert nicht von den Antworten. Ich kann nur mit den Achseln zucken, wenn mir kirchenferne Bekannte erzählen, sie seien zufällig zwischen Tagesthemen und Spätfilm sitzen geblieben und würden nun noch Wochen später rätseln, ob sie einer Satire auf den Leim gegangen wären. Oder wenn sie fragen, ob ich in meinen Gottesdiensten auch dauernd Sprechmotetten (ein seltsames Kleinsttheatergenre, das endemisch evangelisch ist) zelebrieren würde. Ich kann nur mit den Achseln zucken. Aber es muss doch irgendwelche tragfähigen theologischen Begründungen, irgendwelches belastbares empirisches Material geben. Irgendetwas, mit dem sich der Enthusiasmus erklären ließe, mit dem Woche für Woche Gemeinden überredet werden, in ihrer Kirche einen Kessel Buntes auszukippen und sich bei der Inszenierung von etwas filmen zu lassen, das nach außen wirkt wie die kirchliche Laienspielversion des Fernsehgartens. Irgendwelche Gründe, vor deren Hintergrund ein "normaler" Sonntagsgottesdienst mit qualitativ hochwertiger Musik, einer ansprechenden und anspruchsvollen Predigt und animierenden Gebeten als nicht gut genug erscheint. Das hohe Alter der Formate ist respektabel, aber auch nichts ungewöhnliches, wenn man davon ausgeht, dass sich bei der Kollaboration zweier Institutionen mit traditionell langatmigen Entscheidungsprozessen beider Trägheit potenziert. Ab und an hört man, wenn die Wellen besonders hochschlagen, den üblichen Satz, der bei Kirchens immer dann beschwichtigend in die Runde geworfen wird, wenn irgendetwas so richtig in die Hose gegangen ist: "Immerhin haben wir erreicht, dass man darüber redet!" Hier kann man nur einen aufschlussreichen Artikel aus dem Economist zitieren, wo es prägnant heißt: 
"There is no such thing as bad publicity, goes the adage. This is bunk [...] For small brands fighting for recognition in crowded markets, almost any publicity is beneficial [...]. With established brands, on the other hand, the whiff of bad publicity lingers longer.
Ich habe großen Respekt vor allen, die mit besagten Formaten arbeiten, ich würde mir das nicht zutrauen. Aber eins würde ich mir von den Verantwortlichen wünschen: Ein klares Bekenntnis - "wir tun genau das, was wir für geboten halten, und wir erreichen damit, was wir erreichen wollen" - gerne mit einer schlüssigen Erläuterung. Aber das einzige, was man hört, ist betretenes Schweigen. Schade.



Sonntag, 11. Mai 2014

Offtopic: Warum Deutschland beim ESC so oft abschmiert und Conchita Wursts Sieg politisch ist

Kleine Kritzelei am Rande

Nein, ich spare sie mir hier und jetzt, die ganzen Rumkalauereien mit "Wurst". Da haben die Leute von Extra3 schon alles nur irgend mögliche aufgelistet. Unterm Strich: The same procedure as last every year. Deutschland ist erwartungsgemäß abgestunken - irgendwie bringen es die meisten Auswahlprogramme der letzten Jahre nicht so wirklich: Die gewollt glamourösen Beiträge (auch, wenn sie dreimal klingen wie ein Aufguss des Vorjahressieges) haben eine Bühnenpräsenz wie die Schaufensterauslage von Strauss Innovation, der Versuch, nach Nicole mal wieder auf grundpatente Schlagersängerinnen zu setzen, geht regelmäßig (etwa mit Bianca Shomburg 1997 oder Corinna May 2002) und kräftig in die Binsen. Pomadenglatte Budenluis und Eintänzertypen (Leon 1996, Roger Cicero 2007 oder Oscar Loya 2009) versprühen statt der gewollten swingig-guten Laune einen Hauch von Kaffeefahrt. Wessen castingshowgepushte five minutes of fame schon im Heimatland seit längerem vorbei ist, der reißt auch im Paradies des Eurotrash nichts (Gracia 2005 oder No Angels 2008). Und auch die vielleicht schon etwas gestandenen, sich bewusst von der ESC-eigenen Kunststoffästhetik abhebenen Vollblutmusiker, die "ganz ehrliche Musik" machen wollen, schaffen es selten übers Mittelfeld hinaus - ein Schicksal, das Lou (Gruseln im Jahr 2003) und Texas Lightning (2006) teilen. 

Vielleicht liegen diese Desaster an der sehr deutschen Einstellung, Charisma und Erfolg seien mit genug Professionalität und behördlich organisiertem Vorgehen plan- und machbar. Im letzten Jahr zum Beispiel war es das Votum der Jury, das die drolligen und publikumsaffinen Lederhosensepperl von LaBrassBanda zugunsten von Cascada aus dem Rennen kickte - und das, obwohl schon die eigene Statistik zeigt, dass sowohl ethno- (Sürpriz 1999) als auch nonsenslastige (Gildo Horn 1998 und Stefan Raab 2000) Beiträge ganz gut laufen. Auch in diesem Jahr gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen den Punkten der Jury und des Publikums. Mich erinnern diese top-down-Prozesse immer ein wenig an die Schröderisierung der Hochschullandschaft im Rahmen der Exzellenzinitiative. Und irgendwie erinnert es mich auch ein bisschen an Kirche der Freiheit. Von wegen behördliche Anordnung von Kreativität und Profilierung, ya know?

Womöglich hängt das auch mit der Zusammensetzung der Jury zusammen; in diesem Jahr waren es Sido, Andreas Bourani, Madeline Juno (ja, ich musste auch erst googeln) und Jennifer Rostock, in den letzten Jahren war das Lineup ganz ähnlich, und man kann sich die Mitglieder der nächsten Jahre, wenn sich nichts ändert, ohne weiteres vorstellen: Adel Tawil, Inga Humpe, Mieze Katz von MIA, Glasperlenspiel, Annett Louisian, Tim Bendzko, einer oder zwei von Culcha Candela oder Revolverheld, Philipp Poisel, Max Prosa und so weiter. Alles sicherlich irgendwie gestandene Musiker_innen mit Ahnung vom Musikkommerz, die bestimmt auch gerne von Goetheinstituten als "witzige, freche, selbstbewusste und unverkrampft deutsche" Protagonisten der hiesigen Musikszene gehypet werden. Ihnen allen ist auch gemeinsam, dass sie recht humorlos und ironiefrei Musik machen. Natürlich wird da mal gelacht, aber, bitte, mit Anspruch. Es fehlt diese diebische Freude am Trash, die für den ESC aber überlebensnotwendig ist. Die allermeisten Jurymitglieder verbindet dementsprechend auch, dass sie sich aus ESC-Zusammenhängen bislang weitestgehend rausgehalten haben und höchstens mal in einem deutschen Vorentscheid mitmachen durften. 

Aber nun. Jetzt hat ja Conchita Wurst für Österreich gewonnen - überraschen dürfte dabei höchstens der deutliche Punkteabstand; sogar ich habe, vielleicht zum zweiten Mal in meinem Leben seit Lena Meyer-Landruth, richtig getippt.

Natürlich ist ein solches Abstimmungsergebnis politisch. Transnationale Musikwettbewerbe sind, genauso wie Olympische Spiele, eine hochpolitische Angelegenheit; in beiden Fällen werden die selbst gesetzten neutral and nonpartisan goals of unity and cooperation through shared [...] culture (so die Grundsatzerklärung der ESC-Verantwortlichen) dadurch konterkatiert, dass die Veranstaltungen als "Mittel national-kultureller Repräsentanz" (Irving Wolther 2006, 1) erkannt und wahrgenommen werden. Auch dann, wenn man sich politischer Kommentare enthält - einen lobenswerten Bruch mit dieser auch von IOC und FIFA bekannten Schweige- und Aussitzungstaktik, die besonders bei den Debatten um die Auftritt von t.A.T.u 2003 einen traurigen Höhepunkt erreichte, verdanken wir Anke Engelke mit ihrem Kommentar zur Lage beim ESC in Bakü 2012, mit dem sie aber leider allein auf weiter Flur blieb. Auch das Wort zum Sonntag, souverän, sympathisch und ungekünstelt vorgetragen von Annette Behnken, blieb da letzten Endes ein wenig zahnlos und ventilierte mehr oder weniger die aus vielen ESC-Beiträgen sattsam bekannten Moralappelle.

Natürlich ist der Sieg von Conchita Wurst politisch, die ganze Figur ist ein einziges politisches Statement. Sie spielt mit Genderstereotypen und bringt stammtischaffine Kommentatoren in Verlegenheit - heißt es jetzt "der, die oder das" Wurst? Harhar. Die Sache dürfte eigentlich klar sein: Die Kunstfigur Conchita Wurst ist phänotypisch eine Frau, trotz der Gesichtsbehaarung, der Künstler Tom Neuwirth ein Mann. In der englischsprachigen Presse wurde Wurst häufig als "bearded lady" bezeichnet - eine Reminiszenz an die freak shows und Kuriositätenschauen des frühen 20. Jahrhunderts, bei denen die bärtige Dame (in der Regel an Hirsutismus leidende Frauen) neben siamesischen Zwillingen und groß- oder kleinwüchsigen Menschen zum Standardfigurenkabinett gehörte. Aus heutiger Sicht sind derartige Zurschaustellungen körperlicher Devianzen natürlich und aus gutem Grund moralisch verfemt - man darf dabei aber nicht vergessen, dass sie bis in die 1920erjahre hinein Menschen, die heute als "Behinderte" oder "Menschen mit besonderen Herausforderungen" auf ihre medizinischen Normabweichungen reduziert werden, nicht nur ein Auskommen, sondern auch eine Möglichkeit zum kreativen Selbstausdruck ermöglichten. Der US-amerikanische Regisseur Tod Browning setzte diesen selbstbewussten freaks (übrigens sprachhistorisch gesehen ein Geusenwort) 1932 ein filmisches Denkmal - sie einfach nur als Opfer gieriger Kunstmanager und voyeuristischer Zuschauer zu sehen, entspricht nach gegenwärtigem Forschungsstand nicht ihrem Selbstverständnis. Mein gestriger Lieblingstweet zum Thema:



Unterm Strich: Der diesjährige ESC hat gezeigt, dass die wirklich politischen Beiträge nicht diejenigen sind, die vom Händereichen und Brückenbauen und Einanderliebhaben singen. Off topic? Nicht ganz. Auch, wenn ich kein Freund davon bin, Personen öffentlichen Lebens ohne deren Zustimmung zu unterstellen, sie würden für etwas einstehen, was die (evangelische) Kirche immer schon gewusst oder getan hat - als Theologe kann ich nicht anders als an eine subversive Stelle Galater 3 denken: Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Das letzte Wort hat deshalb Eva Brunne, Bischöfin in Stockholm: "Ein Sieg für Österreich, und noch viel mehr. Danke Conchita Wurst und allen, die für Freiheit und Vielfalt abgestimmt haben. Es gibt Hoffnung!"



Mittwoch, 18. Dezember 2013

Gastblog zum Fernsehpfarrer auf der Kanzel

Lang, lang ist's her - aber auch die Kirchengeschichten sind vom Advents- und Vorweihnachtsstress nicht ganz verschont. Mit der großen Marie-Luise Nikuta nur angedeutet: "Janz Kölle es e Kreppespill!" Deswegen kommt der folgende Gastblog zum Kanzelauftritt von Fernsehpfarrer-Darsteller Simon Böer am 1. Advent in der Kölner Kartäuserkirche ein bisschen spät. Geschrieben hat ihn eine sehr liebe und, das werdet Ihr merken, sehr schreibbegabte Freundin und Kollegin, die Friederike:


Als ich am 1. Adventssonntag gegen 18.00 Uhr die Kartäuserkirche betrete, sind Argwohn und Skepsis meine Begleiter: Ob das gut gehen kann, einen Fernsehpfarrerschauspieler auf die Kanzel zu lassen? Ob das zur Marketingstrategie gehört? Ob Simon Böer wohl wie Pfarrer Tabarius vom Manuskript abweichen wird? Worauf habe ich mich hier bloß eingelassen?!... Zum Glück bin ich schnell wieder in der Wirklichkeit, lehne mich zurück und genieße den Beginn des neuen Kirchenjahres: Wir singen „Macht hoch die Tür“ und „feiern gegen alle Verzweiflung die Liebe Jesu“ (so Pfarrer Mathias Bonhoeffer in der Begrüßung [Anm. d. Verf.in: Alle in diesem Eintrag genannten Zitate entsprechen nur bedingt dem Wortlaut, eher dem Höreindruck]). Alles ist so, wie es sich gehört und wie ich es gewohnt bin. Alles ist normal.
Bis der letzte Ton des Chorstücks vor der Predigt verklungen ist (warum man am Ersten Advent schon „Es ist ein Ros entsprungen“ singen/hören muss, weiß kein Mensch) und Simon Böer die Kanzel betritt. Ich höre das hektische Klicken einer professionellen Kamera. Natürlich ist die Presse da. Simon Böer trägt Anzug, das Hemd ist nicht ganz zugeknöpft. Er sieht lässig aus und erinnert in seiner Gesamterscheinung an Tabarius – klar! Er lächelt. Ein Fernsehlächeln? Die Spannung steigt. Jetzt wird’s ernst.
„Gnade sei mit euch und Friede von dem, der war und ist und kommt.“ Der erste Satz. Ich bin erleichtert. Noch nie war mir die Funktion des Kanzelgrußes so bewusst wie in diesem Moment: Jetzt spricht einer, der zuvor im Gottesdienst noch nichts gesagt, der bisher liturgisch noch nicht in Erscheinung getreten ist. Und noch mehr: Hier spricht einer im Namen Gottes. Das ist kein Marketing. Das ist keine Schauspielerei. Das ist echt. In seiner Stimme höre ich Engagement und Leidenschaft und das erinnert mich an den Theologen und leidenschaftlichen Prediger Rudolf Bohren, der in seiner Predigtlehre (S. 18) schreibt: „Eine Predigt vorbereiten heißt dann, Freude vorbereiten, und hier kann man nicht sauertöpfisch oder halb, sondern nur gern und ganz und also leidenschaftlich dabei sein, und damit ist man schon selbst hineingezogen in die kommende Freude.“ Das kommt an. Böer ist authentisch, hat etwas zu sagen und zieht die Hörer mit hinein in das, was ihn hineingezogen hat.
Wo hinein also? Aufhänger ist natürlich die Fernsehserie „Herzensbrecher – Vater von vier Söhnen“, deren Titel Böer zum Anlass nimmt, um ein paar Gedanken darüber zu entfalten, was sein Herz bewegt: Dass Cast und Crew familiär zusammenhalten, dass die Kirchengemeinde ihre Räumlichkeiten für die Dreharbeiten zur Verfügung stellt, dass Pfarrer Bonhoeffer ihm die Möglichkeit zur Predigt gegeben hat. Dann fallen aber auch Sätze wie „Mein Herz wurde vom Familienpapier der Evangelischen Kirche bewegt“ und „Wir befinden uns in einer Zeit der Transformation“. Bevor die Predigt aber politisch und gesellschaftsanalytisch wird, bewegt sie sich weg vom Ich-Bericht hin zum Wir und kommt schließlich beim Du an: „Advent – Was ist das? Wir ziehen uns zurück, halten uns fast ausschließlich drinnen auf. Alle Kräfte wenden sich nach innen... zur ureigenen Quelle… Jesus spricht durch Johannes: Das Reich Gottes ist inwendig in euch (Lk 17,20 nach Luther 1912)“. Böer predigt nachdenklich. Das wirkt, denn es bringt mich zum Nachdenken. Ich lese Luther sonst in der revidierten Fassung, da ist jener Vers weitaus plastischer übersetzt: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“. Mit dem intimen „inwendig“ kann ich wenig anfangen. Aber Böer kann es anscheinend. Auch wenn seine Gedanken gelegentlich zu populärtheologische Alltagsweisheiten verflachen (Inwendig, das ist für ihn das Herz, das Paradies Gottes, die Stille). Er moniert: „Besuche dich selbst – das ist schwierig, denn wo Licht ist, da ist auch Schatten… Advent ist die Zeit der Toleranz uns selbst gegenüber… Wir fühlen uns inkompetent… Was man nicht angenommen hat, kann man nicht loslassen… Lasst uns liebevoll annehmen, was ist…“. Und dann nimmt er eine scharfe Kurve: „Aber Gott ist alles, was ist.“ Darin spiegelt sich wider, was er wohl mal im Interview mit der WZ gesagt hat: „Ich glaube an einen bedingungslos liebenden, freudvollen Gott, der mir in meinen Kinderjahren in der Kirche zu wenig begegnet ist, dafür heute in meinem täglichen Leben umso mehr.“ Und so legt er den Beginn des Johannesevangeliums (Joh 1,1ff. in Auszügen) im Zusammenhang mit Lk 17,20 als intime Schöpfungsgeschichte und Antwort auf unser adventliches Erwarten Gottes aus: Schöpfung geschieht von innen her. Das ist neu und berührt mich – auch wenn eine Antwort auf die Frage „Ob’s denn wahr ist?“ ausbleibt und mir insgesamt die Überfrachtung der Predigt mit Zitaten (irgendwann fällt auch eins von Tocotronic) missfällt. Trotzdem passiert in Böers Predigt, was ich in meiner homiletischen Ausbildung gelernt habe: „Eine Predigt lebt geradezu von dem, was die Gemeinde bisher noch nicht, jedenfalls so noch nicht gehört hat“ (Bukowski, Predigt wahrnehmen, 150).
Allerdings gibt es auch Wehrmutstropfen: Bei Sätzen wie „Die ureigene Quelle – viele von uns nennen sie Gott“ zuckt mein theologisches Herz (und ja, auch der Verstand) und als Böer sich/uns mit einem Lebensmittelgeschäft vergleicht (wohl weil das Bild das Haushalten und Verwalten des eigenen Innenlebens verdeutlichen soll), gehe ich in Gedanken woanders spazieren. Aber geht mir das nicht auch bei gestandenen Pfarrern so?
Immerhin ist Böers Predigt konkret und anschaulich. In meiner Ausbildung wird darauf viel Wert gelegt. Leider lässt sie dafür eine stringente Struktur und roten Faden vermissen. In meinem Höreindruck schlängelt Böer sich serpentinenartig von einem Gedanken zum nächsten. Das muss man mögen. Und er ist aufgeregt, macht für einen Schauspieler ungewöhnlich wenig Sprechpausen. Stellenweise komme ich beim Zuhören fast außer Atem. Zum Glück nur fast. Denn Böer ist rhetorisch ansonsten so gut geschult, dass das Zuhören ein Kinderspiel ist. (Warum nochmal ist das in unserer Ausbildung nicht grundsätzlich vorgesehen?) Er ist aufgeregt, klar. Aber das macht ihn doch so authentisch. 

„Es ist eben kein Drehbuch“, erzählt er später bei Brot und Wein in der Kapelle nebenan. „Das war auch aufregend. Ich konnte an keiner Stelle „Cut!“ rufen und den Dreh unterbrechen.“ Ich denke, Böer war sich bewusst, dass er hier etwas wagt und muss wieder an Rudolph Bohren denken: „Zur Freude am Predigen gehört das Wagnis. Eine Predigt ist ein gewagtes Unternehmen, dessen Tollkühnheit nicht durch Gewöhnung und Verharmlosung verdeckt werden sollte“ (Bohren, Predigtlehre, 19). Das gilt für Theologen wie für Laien. Böer ist zwar nicht der erste Laie, der auf die Kanzel tritt. Aber der erste, der auf jener schon öfter den Pfarrer mimte. Es ist ein Wagnis, sich dieser Rollendiffusion zu stellen. Und es ist ihm gelungen.
Nach dem Gottesdienst herrscht eine Atmosphäre wie beim sonntäglichen Kirchenkaffee und spätestens da wird mir bewusst, wie „normal“ dieser Abend doch ist: Menschen, die sich vorher fremd waren, kommen miteinander ins Gespräch (einige waren extra wegen des Schauspielers gekommen, andere sind einfach treue Besucher_innen der Abendgottesdienste in der Kartäuserkirche und waren ob des fremden Predigers zunächst irritiert); man spricht über Gott und die Welt und den Gottesdienst – und natürlich über die Predigt! Und wie sonntags auch wird der Prediger in Beschlag genommen, der jetzt sichtbar erleichtert ist. Alles ist normal.
Bleibt mein Fazit zum Predigterlebnis von Simon Böer: Die Predigt ist harmlos ohne zu verharmlosen und allgemein ohne zu verallgemeinern. Deshalb spreche ich nach dem Kanzelsegen mein „Amen“ ganz bewusst und bin froh, dass Argwohn und Skepsis die Kirche längst verlassen haben, denn Simon Böer ist zwar kein Theologe, aber er war für die letzten 15 Minuten mehr Pfarrer als Andreas Tabarius in allen Episoden zusammen.
Um es mit den Worten von „Kirchengeschichten“ zu sagen (Blogeintrag vom 17.11.2013): Ich „finde es gut, dass die evangelische Gemeinde Köln solche Schnittstellen wahrnimmt und gestaltet!“ Danke dafür.

PS: Falls sich Leser_innen über die visuelle Schlichtheit dieses Eintrags wundern: Ich war als Theologin, nicht als Fan da und habe davon abgesehen, ihn um ein gestelltes Foto oder Autogramm zu bitten.


Kleiner Medienroll zum Thema:
Auf der FB-Seite von Simon Böer gibt es ein Video seiner Predigt. Aus praktisch-theologischer Sicht gar nicht so uninteressant sind die Kommentare in der Spalte rechts neben dem Bildschirm.


Und der Bonner Express hat mal die richtige Heilandkirche besucht.

Sonntag, 17. November 2013

Fernsehpfarrer im Realitätscheck (III)

In der Bonner Heilandkirche (die eigentlich, zumindest von innen, die Kölner Kartäuserkirche ist - s.u.) geht es wieder einmal rund. Unter dem bedeutungsschwangeren Titel Wunder erwarten Andreas Tabarius und die Seinen eine ganze Reihe davon. Im Zentrum der Folge (in der Mediathek hier zu sehen) stehen das Schicksal einer Obdachlosen und ein undichtes Kirchendach. Im Gegensatz zu früheren Episoden konnte der Samstagabend diese Woche mit einigen überraschend realistischen Szenen aufwarten - leider, möchte man in manchen Fällen sagen, denn dort geht es um Umstände, die auch im echten Kirchenleben nicht unproblematisch sind. Eine "Predigt" bleibt den Zuschauern in dieser Folge zu aller Freude diese Woche erspart, stattdessen tanzt Familie Tabarius zu We are Family durch die Küche - erbaulicher als das Kanzelgeblubber des Fernsehpfarrers ist das allemal.

Die Obdachlose

Treibende Kraft ist zunächst Frau Marquardt, die resolute Gemeindesekretärin. Die triefende Personenchemie zwischen ihr und dem Amtskollegen lässt vermuten, dass die beiden spätestens in drei Folgen in der Kiste oder auf dem Kopierer oder sonstwo landen, und wahrscheinlich kommt es dann zu schwerwiegenden Verwürfnissen zwischen den Erwachsenen und den Pfarrerskindern... aber warten wir es ab. Frau Marquardt jedenfalls stößt in ihrem Antiquitätenladen auf die obdachlose und von Schwindelanfällen geplagte Frau Schütte und wendet sich an Pfarrer Tabarius. Der, beim Pizzaessen im Kreise der Familie gestört, ist gar nicht begeistert von der Idee: "...und dann kommen Sie zu mir?!" (Sohn Nummer Drei ergänzt zu Recht: "Zu uns!"). Frau Marquardt lässt nicht locker, auf ihre wütende Nachfrage, ob er denn "Christsein nur studiert" hätte, erwidert er: "Das ist menschlich natürlich top - aber das geht so nicht!" Im Endeffekt lässt er sich natürlich doch erweichen, und es beginnt ein gegenseitiger Läuterungsprozess: Tabarius, Frau Schütte (die sich skandalöser Weise gar nicht richtig helfen lassen will) und die Pfarrerssöhne kommen einander näher und natürlich verstehen sich am Ende alle besser als vorher. 



Wie realistisch das ist? Gar nicht so unrealistisch, und das macht die Episode fast schon interessant: Im ersten Pfarrerscheck hatte ich erwähnt, dass im Zweikampf von Tabarius und seiner bösen Presbyteriumsvorsitzenden der alte Dualismus von Institution und Charisma inszeniert wird. Das ist ein altes, u.a. auf Max Weber und Rudolf Sohm zurück gehendes kirchengeschichtliches Paradigma, bei dem man davon ausgeht, dass Autorität auf zwei Arten abzusichern ist: Durch eine charismatische Persönlichkeit oder durch Leitungsstrukturen. Lange Zeit entsprach dem der klassische protestantische Blick auf die früheste Kirchengeschichte: Zuerst waren da Jesus und die Apostel, dann ging das Charisma verloren und die Christen schufen als schlechten Ersatz hierarchische Strukturen - der Anfang einer Verfallsgeschichte, die erst durch die Reformatoren wieder aufgehalten werden konnte. Wenn auch dieser häufig in allzu platter Vulgarität vorgetragene Dualismus kirchengeschichtlich so nicht haltbar ist, eignet er sich offensichtlich doch zur Dramatisierung: In den allermeisten Fernsehserien, die im kirchlichen Milieu spielen, geht es letzten Endes um den Konflikt zwischen grundpatenten Einzelpersonen und dem kirchlichen oder bürgerlichen Establishment: Da kämpfen Schwester Lotte und Schwester Hanna gegen Bürgermeister Wöller und die böse Mutter Oberin, da bringt die Pastorin (Christine Neubauer) ihre Landgemeinde durcheinander und so weiter. In dieser Folge werden die Rollen vertauscht, und Andreas Tabarius steht plötzlich als Vertreter einer kaltherzigen, berechnenden Institution da, der zu (zunächst) zu unbeweglich ist, um auf die glasklaren Lösungsvorschläge, die die vor Charisma sprühende Gemeindesekretärin ihm präsentiert, einzugehen: Er verweist auf staatliche Stellen und seine eigene Privatsphäre, ventiliert sein Misstrauen gegenüber der Obdachlosen (wer weiß, warum die auf der Straße gelandet ist) und erklärt, dass sporadische Einzelzuwendungen das grundsätzliche Problem nicht lösen. Und so ruckelt sie Serie diese Woche an einem Stachel im Fleisch der Kirche und stellt die Frage nach dem Ort der Diakonie in der Gemeinde. Die Einwände des Fernsehpfarrers sind alle durchaus berechtigt und sachlich gerechtfertigt und bleiben doch moralisch anfechtbar: Darf und soll ein Pfarrer so sehr auf der Intimsphäre seiner
Dienstwohnung beharren? Oder muss er das nicht sogar, weil er seine Familie zu schützen hat? 
Realistisch dabei auch die Obdachlose - denn die will sich zunächst partout nicht helfen lassen. Auch das ist eine Erfahrung, die Menschen machen, wenn sie mit Obdachlosen arbeiten, die Hilfeangebote nicht annehmen wollen, sei es aus nostalgischem Festhalten an einem (wirklich oder vermeintlich) selbstgewählten, bohemischen Lebensstil, sei es aufgrund psychischer Erkrankungen, die laut zahlreichen Studien in diesem Milieu gehäuft vorkommen. Im Fernsehen löst sich alles in Wohlgefallen auf, natürlich durch das energische Eingreifen des nunmehr geläuterten und ganz auf der Seite von Frau Schütte stehenden Tabarius (dessen seelsorgliches Reden ähnlich selbstreferenziell ist wie sein Predigen). Aber: Die offenen Fragen bleiben. Wer sich mit dem Thema ausführlicher auseinander setzen will, kann das übrigens bei der evangelischen Obdachlosenhilfe tun.

Der Herr Pfarrer und die Frauen


Frau Marquardt ist nur eine von vielen, die dem Herrn Pfarrer offensichtlich amourös nicht abgeneigt ist - wie gesagt, man wird sich höchstwahrscheinlich auf Leidenschaftliches freuen (?) dürfen. Oder auf Bizarres, wenn beim Schäferstündchen plötzlich die verblichene Frau Tabarius im Zimmer steht, die ist nämlich auch in der dritten Folge wieder mit von der Partie und boostet das Ego ihres dekorativ an sich selbst zweifelnden Ehemannes. Auch die reiche (und deswegen vorabendprogrammatisch per se böse) Schwester von Frau Schütte streicht ihm gurrend um die Beine und will sogar Sex mit ihm - gegen Spende, versteht sich. Und auch Frau Nadolny, die sehr junge Ärztin, weitet lüsternd die Nüstern, als sie Pfarrer Tabarius über ihre ständige Bereitschaft in Kenntnis setzt.

Gerade sagt sie: "Möäännerrrrr...."

Wie realistisch das ist? Irgendwie ja schon. Es ist eine bekannte Tatsache, dass Pfarrer, ebenso wie Ärzte, Lehrer, Anwälte und andere zum Gegenstand erotischer Interessen ihrer Klient_innen, Patient_innen und Schüler_innen werden können. Realistisch betrachtet handelt es sich dabei in den wenigsten Fällen um rein persönliche Sympathien, sondern um die Übertragung von Erfahrungen, Konflikten, Wünschen und Sehnsüchten, einem aus Seelsorge, Beratung und Therapie sattsam bekannten Phänomen oder um eine Reaktion, die durch eine falsche Interpretation der therapeutischen Beziehung hervorgerufen wird, bei dem der/die Ratsuchende die professionell-klientenzentrierte, aktiv zuhörende Haltung des Beratenden als persönliches Interesse missversteht. Als Seelsorger_in muss man sich dieses Risikos bewusst sein und sollte professionell damit umgehen können. Andreas Tabarius, von Beginn des Gesprächs mit Frau "Nennen Sie mich 'Gabi'" Miller an aus sämtlichen erotischen Kanonen und den unfairsten Winkeln beschossen, schlägt sich gar nicht mal so schlecht, tappt aber auch in naheliegende Fallen. Als sie ihm in aller Laszivität, die im öffentlich-rechtlichen Vorabendprogramm möglich ist, entgegenkeucht: "Ich liebe schüchterne Männer, wenn sie dann auch noch Pfarrer sind und so gut aussehen wie Sie...", lässt er sich auf diese private Ebene ein und widerspricht: "Frau Miller... Gabi, wenn ich schüchtern wäre, dann würde ich hier nicht einfach so einmarschieren...", kriegt aber noch die Kurve zur Kirchendachfinanzierung. A propos Übertragung: Das Ganze hat natürlich noch eine andere Ebene, denn Frau Miller dürfte auch eine Projektionsfigur für die Fantasien der anvisierten Durchschnittszuschauerin sein, die sich bei Mon Chéri und Instantcappuccino kaum entscheiden kann, ob sie sich über das Biest im Fernsehen entrüsten oder lieber an deren Stelle wünschen soll und die sich, als Tabarius seinen Kindern mitteilt, er habe "Lust auf Tomate-Mozzarella", denkt: "Hmm, lecker, könnte man eigentlich auch mal wieder machen."

Das Kirchendach


In der Heilandkirche tropft es durch das Dach. Bei einer Baubegehung ist man sich über das Ausmaß und die Finanzierbarkeit der Reparaturkosten uneins. Pfarrer Tabarius weigert sich, vor Eimern zu predigen, die böse Presbyteriumsvorsitzende will kein Geld geben, der Küster weiß nicht, was zu tun ist. Der Superintendent jedoch bewilligt ein Viertel der Kosten (offensichtlich) aus Kirchenkreismitteln, sofern Amtsbruder Tabarius den Rest mit Spenden aufbringen kann.



Wie realistisch das ist? Nicht sehr. Zum Einen rennt der Superintendent nicht dauernd durch die Gemeinden, zum Anderen kann er nicht im Eilentscheid über Kirchenkreisgelder verfügen. Und gleichzeitig: Der Bauunterhalt alter, denkmalgeschützter Kirchen ist ein Dauerproblem für viele Kirchengemeinden. 

Fernsehen trifft Realität - Veranstaltungshinweis


Wie oben erwähnt, werden die Kirchenszenen in der Kölner Kartäuserkirche gedreht. Die Gemeinde ist beim Dreh beteiligt gewesen - und am 1. Advent findet ein Gottesdienst mit Simon Böer alias Andreas Tabarius statt. Ich kann leider nicht, bin aber gespannt, wer was darüber zu berichten weiß - und finde es gut, dass die evangelische Gemeinde Köln solche Schnittstellen wahrnimmt und gestaltet!