Freitag, 26. Dezember 2014

Sonn- und feiertags gucken Pfarrer_innen, nach gehaltener Predigt, gern Tatort. Manchmal leider auch den aus Saarbrücken...


Krippengeschichten - (Lied-)Predigt am 1. Weihnachtsfeiertag

Der Weg nach Bethlehem ist nicht einfach. Selbst dann, wenn man keine hochschwangere Frau dabeihat, selbst im Zeitalter der Autos und der geteerten Straßen. Von Jerusalem aus sind es nur wenige Kilometer, aber der direkte Weg ist versperrt durch eine meterhohe Mauer, mit der die israelische Regierung palästinensische Selbstmordattentäter fernhalten will. Bethlehem liegt in den palästinensischen Autonomiegebieten. Mit einem israelischen Mietwagen ist dort kein Durchkommen, man muss einen arabischen Taxifahrer finden, der einen über den nächsten Checkpoint fährt. Das ist nicht allzu schwer, denn die meisten Taxifahrer in Jerusalem sind Araber und haben außerdem Cousins auf der palästinensischen Seite, die eine Führung durch die Geburtskirche anbieten und ihrerseits wiederum Cousins haben, die einen Andenkenladen besitzen. Die Fahrt zieht sich, denn man muss einen Umweg fahren. Hinter der Grenze sieht es aus wie vor der Grenze, steinige, ausgeblichene Hügel, soweit das Auge reicht. An den Kreisverkehren, die von der Hauptverkehrsstraße in die Dörfer hinein führen, große rote Schilder: Israelischen Staatsbürgern ist es verboten, die großen Wege zu verlassen. Zu groß ist die Gefahr, mit Steinen oder schlimmerem beworfen zu werden. Der Weg nach Bethlehem ist nicht einfach, man muss Umwege in Kauf nehmen, um zur Krippe zu kommen. 

1. Ich steh an deiner Krippen hier, 
o Jesu, du mein Leben; 
ich komme, bring und schenke dir, 
was du mir hast gegeben. 
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, 
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin 
und lass dir’s wohlgefallen. 

Wir stehen in einem der vielen Andenkenläden, die die Straße hinauf zur Geburtskirche in Bethlehem säumen. In den Regalen reihen sich Krippe an Krippe, in allen nur erdenklichen Größen, die kleinste nicht größer als eine Streichholzschachtel, die Figuren der größten gehen mir bis zum Knie. Die meisten Figuren und Gebäude sind aus heimischem Olivenholz geschnitzt, unbehandelt, aber höchst traditionell. Der Verkäufer versucht, mich von den Vorzügen einer, wie ich finde, ziemlich hässlichen Krippe zu überzeugen. „Nein, danke“, sage ich, „ich habe schon eine Krippe.“ Der Verkäufer sieht mich entgeistert an. „Aber mein Herr“, entgegnet er, „jeder hat mehr als eine Krippe.“ „Das mag sein“, antworte ich, „aber meine Krippe hat eine Geschichte.“ Er sieht mich schweigend an. Dann sagt er bedeutungsvoll: „Jede Krippe hat eine Geschichte.“ 



2. Da ich noch nicht geboren war, 
da bist du mir geboren 
und hast mich dir zu eigen gar, 
eh ich dich kannt, erkoren. 
Eh ich durch deine Hand gemacht, 
da hast du schon bei dir bedacht, 
wie du mein wolltest werden. 

3. Ich lag in tiefster Todesnacht, 
du warest meine Sonne, 
die Sonne, die mir zugebracht 
Licht, Leben, Freud und Wonne. 
O Sonne, die das werte Licht 
des Glaubens in mir zugericht’, 
wie schön sind deine Strahlen! 

Im Foyer des Ludwigshafener Elias-Hospiz steht eine große Holzkrippe. Sie ist recht neu, erst vier Jahre alt, und ist die Stiftung eines Geschäftsführers eines diakonischen Unternehmens. Er stammt aus einer Familie von Krippenbauern. Im November 1944 hat es angefangen. Der Vater war zur Messe im Freiburger Münster. Nur deswegen überlebte er einen Bombenangriff, bei dem sein Elternhaus zerstört und große Teile seiner Familie getötet wurden. Am nächsten Morgen beginnt er, seine erste Krippe zu zimmern. Die Trauer wird umgeleitet in eine produktive Handlung, aus den Trümmern entsteht etwas Neues. Jedes Jahr wird der Vater nun eine Krippe bauen, und alle vier Söhne werden in seine Fußstapfen treten. Viele Krippengeschichten sind Kriegsgeschichten. 

So wie die der Morbacher Krippe im Hunsrücker Holzmuseum mit dem überregionale bekannten „kriegsversehrten Hirten“, deren Geschichte auch Ende 1949 begann. Eine Krippenbesitzerin erinnert sich: „Der Weihnachtsbaum lag am Boden in der Stube, keine Kugel war mehr ganz, darunter kreuz und quer die Krippe. Die Heilige Familie war unversehrt geblieben, doch den Hirten hatte es schwer erwischt. Kopf und Finger waren ab und die Flöte für immer unbrauchbar. Ich klebte den Kopf mit einem aus Mehl hergestellten Kleber wieder an. Finger und Flöte waren nicht mehr zu retten. Die für immer bleibenden Narben am Hals und die Schäden am kriegsversehrten Hirten erinnern jedes Jahr an die Kriegsweihnacht 1944.“ 

4. Ich sehe dich mit Freuden an 
und kann mich nicht satt sehen; 
und weil ich nun nichts weiter kann, 
bleib ich anbetend stehen. 
O dass mein Sinn ein Abgrund wär 
und meine Seel ein weites Meer, 
dass ich dich möchte fassen! 

5. Wann oft mein Herz im Leibe weint 
und keinen Trost kann finden, 
rufst du mir zu: »Ich bin dein Freund, 
ein Tilger deiner Sünden. 
Was trauerst du, o Bruder mein? 
Du sollst ja guter Dinge sein, 
ich zahle deine Schulden.« 

Zurück im Bethlehem der Neuzeit. Der Weg dahin ist nicht einfach, denn durch Bethlehem und angrenzende Städte frisst sich eine mehrere Meter hohe Mauer. Wir wandern ein paar hundert Meter an dieser Mauer entlang, auf der palästinensischen Seite ist sie bunt bemalt mit Graffiti und Protest- und Mutmachsprüchen in allen möglichen Sprachen. Wir sprechen mit Yusuf, Josef, der ursprünglich aus Nazareth kommt, aber kein Zimmermann ist, sondern Bauer, und dessen Felder nur knappe vierhundert Meter von seinem Wohnhaus entfernt liegen, leider zur falschen Richtung hin. Dazwischen liegt die Mauer, und Yusuf muss jeden Tag eine Dreiviertelstunde nach Norden zu einem besonderen Checkpoint für Landwirtschaftsfahrzeuge fahren, dort bis zu drei Stunden warten, und auf der Rückfahrt wieder, all das vor Einbruch der Dunkelheit. Er fährt an der einzigen Stelle vorbei, an der auf der Bethlehemer Mauer etwas von Jesus steht, ein kurzes Zitat nicht aus der Weihnachts-, sondern aus der Vorpassionsgeschichte: Jesus wept / Dominus flevit / Jesus weinte. Auf der palästinensischen Seite ist die Mauer bunt bemalt, die Barriere wird Kunstobjekt, der glatte Beton ist beschrieben mit Protestrufen. Jesus hat einmal gesagt: Wenn die Jünger schweigen – dann werden die Steine schreien. 



Die Krippen, die in den Andenkenläden von Bethlehem zu kaufen sind, kommen ohne Mauern aus. Das Olivenholz, aus dem die Figuren geschnitzt sind, ist glatt, handschmeichlerisch, man verkauft einen Mythos, ein Klischee von heiler Welt und heiliger Familie. Heute vor 70 Jahren, als in Freiburg ein Krippenbauer seine erste Krippe baute und im Hunsrück ein Hirte mit Kleber aus Mehl restauriert wurde, hielt Martin Niemöller eine Predigt im Konzentrationslager in Dachau

"In der Kunde, die den Hirten zuteil wird, ist ihnen und uns nur ein zweifaches "Zeichen" genannt, d. h. zwei Dinge, die für dieses Kind und seine Bestimmung bezeichnend sind: Dies Kind ist in Windeln gewickelt, und es liegt in einer Krippe. Das ist alles. - Und was soll uns damit gesagt werden? Einmal dies: Das Kind, das dort in Windeln gewickelt liegt, ist ebenso schwach und hilflos wie nur irgendein Kind, das in diese Welt hineingeboren wird: Die Mutter muß es versorgen, damit es nicht zugrunde geht, muß es in Windeln wickeln, daß es nicht erfriert, muß es nähren, daß es nicht Hungers stirbt. - So sind die Windeln ein charakteristisches Zeichen und Vorzeichen für das Leben des Mannes, von dem es einmal heißen wird: "Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen." Und zum andern: Auch die Krippe ist kein malerisches Attribut, das die Poesie der Christnacht erhöhen soll; sie ist wiederum Zeichen, nämlich das Zeichen der Heimatlosigkeit dieses Kindes: "Sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge". - Und auch sie ist ein Vorzeichen: Denn aus dem Kinde wird der Mann werden, der von sich selber sagen muß: "Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nichts, da er sein Haupt hinlege!" Das sind die beiden Zeichen, die den Hirten und auch uns gegeben werden." 

Für das Unbequeme ist kein Platz in den Krippen von Bethlehem, zu instabil der Waffenstillstand, zu zerbrechlich die Gesamtsituation, zu nervös und angespannt die Lage. 
Mit dieser Begründung wird 2014 von zwei Gerichten einer Kirchengemeinde in Worms untersagt, auf dem Weihnachtsmarkt ein Krippenspiel aufzuführen. In Zeiten, in denen Pegida das Klima und die Diskussion um die Flüchtlingsproblematik vergiftet, sei das Thema zu sensibel, außerdem, so heißt es in der Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichts: „Die Weihnachtsmarktbesucher haben einen Anspruch darauf, nicht wie sonst im Alltagsleben von den unterschiedlichsten Meinungen und Interessen anderer, gerade in politischer Hinsicht, behelligt zu werden, sondern ungestört das Treiben auf dem Weihnachtsmarkt genießen zu können.“ 

6. O dass doch so ein lieber Stern 
soll in der Krippen liegen! 
Für edle Kinder großer Herrn 
gehören güldne Wiegen. 
Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht, 
Samt, Seide, Purpur wären recht, 
dies Kindlein drauf zu legen! 

7. Nehmt weg das Stroh, 
nehmt weg das Heu, 
ich will mir Blumen holen, 
dass meines Heilands Lager sei 
auf lieblichen Violen; 
mit Rosen, Nelken, Rosmarin 
aus schönen Gärten will ich ihn 
von oben her bestreuen. 

Kurz vor Weihnachten stellen wir unsere alte Krippe im Wohnzimmer auf. Die ist ein echtes Familienerbstück: Nach dem Krieg hat Opa die Figuren gegen eine Flasche Schnaps getauscht und heimlich im Keller den Stall gebaut. Den hat Oma dann zum Geburtstag bekommen. Wenn sie an Heiligabend zu uns kommt, ist alles schon unter dem Weihnachtsbaum aufgebaut. Nur das Jesuskind will sie immer selbst in die Krippe legen, immer kurz vor sechs, keinesfalls früher, da ist sie eisern. Als wir am Tag vorher alles aufbauen, bricht fast Panik aus, denn die Figuren haben den letzten Umzug nicht so ganz unbeschadet überstanden: Josefs Nase ist abgesplittert, Maria hat nur einen Arm, und die Heiligen Drei Könige haben ihre Geschenke unterwegs verloren. Aber am Schlimmsten: Die Krippe fehlt. Als Oma an Heiligabend zu uns kommt, sind wir ziemlich nervös. Kurz vor sechs nimmt sie das Jesuskind, geht zum Weihnachtsbaum - und bleibt wie angewurzelt stehen. Mein Vater will ihr was erklären, aber sie winkt ab, geht zum Schrank und holt einen kleinen Aschenbecher raus. Vorsichtig legt sie das Jesuskind da rein und stellt ihn zwischen den Josef ohne Nase, die Maria ohne Arm, die Heiligen Drei Könige ohne Geschenke. Mitten in die ganzen kaputten und nicht mehr wirklich schönen Figuren. Aber Oma lächelt. „Jetzt stimmt es endlich“, sagt sie zufrieden. „Da gehört er hin.“ 

8. Du fragest nicht nach Lust der Welt 
noch nach des Leibes Freuden; 
du hast dich bei uns eingestellt, 
an unsrer Statt zu leiden, 
suchst meiner Seele Herrlichkeit 
durch Elend und Armseligkeit; 
das will ich dir nicht wehren. 

9. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, 
mein Heiland, nicht versagen: 
dass ich dich möge für und für in, 
bei und an mir tragen. 
So lass mich doch dein Kripplein sein; 
komm, komm und lege bei mir ein 
dich und all deine Freuden. 

In einer anderen Zeit und einer anderen Welt, weit weg vom Betlehem und von uns, und vielleicht doch nicht, im Japan des 16. Jahrhunderts entsteht eine Handwerks- und Restaurationstechnik namens Kintsugi. Gegenstände aus Keramik oder Porzellan werden geklebt, aber der Mörtel wird nicht wie sonst der Farbe möglichst dem Gegenstand angepasst, sondern mit Goldstaub versetzt und zum Leuchten gebracht. Die Bruchstellen und Sprungkanten werden geduldet, betont, veredelt, aus dem Makel wird etwas Schönes. Liebe Gemeinde, vor ein paar Tagen schrieb ein Kollege etwas von „Weihnachtswunde“. Ein tolles Wort, fand ich. Doofes Wort, sagte er, Druckfehler. Glaub‘ ich nicht, sagte ich, und danke das bis heute. Weihnachtswunde. Dem möchte ich nachgehen, nicht mehr heute, aber ein andermal. Gelegenheiten gibt es viele, denn: Jeder Mensch hat mehr als eine Krippe. Und hinter jeder Krippe steckt eine Geschichte. Und viele dieser Geschichten haben mit Wunden zu tun – und mit Verwandlungen. Zufall? Ich glaube eher nicht. Frohe Weihnachten!



Mehr Tolles zu einer postmodernen Umsetzung von kintsugi gibt es bei Sebastian TS (das haben Marthori, FrauAuge und Simon de Vries auch schon entdeckt).

Montag, 22. Dezember 2014

Irdene Unikate - zur sechsten O-Antiphon



Durch das Internet flattert eine Zeichnung,
wenige Striche mit Tusche, ein bisschen Aquarellfarbe,
grau, braun, schwarz und weiß.
Am linken Rand die unerklimmbar hohe,
weiße, glatte Bordwand eines Schiffs,
im Zentrum eine Holzbarke, voll mit Menschen.
Es kommt ein Schiff,
geladen bis an den höchsten Bug.
„Woher kommt ihr?“ fragt der Kapitän des großen Schiffes.
„Von der Erde“, antworten die Flüchtlinge.

Wir kommen von der Erde.
Wir sind aus Erde.
Und werden dorthin zurückkehren.
Alle.
Das eint.
Das erdet.
Ich bin nicht das Produkt meiner Leistung,
nicht das Ergebnis meiner eigenen Fantasie.
Ich bin handgemacht
und veredelt mit der Signatur des Künstlers.
Ein Einzelstück, aber
Teil einer Serie,
mit knapp 100 Milliarden anderen Unikaten
seit Anbeginn der Zeit.
Der Künstler verkauft seine Werke nicht,
kein einziges.
Er leiht sie gern aus,
für 70, 80 Jahre,
die ganz Wertvollen für kürzere Zeit.
Er sammelt sie bei sich,
restauriert liebevoll diejenigen,
die mit Sprüngen und Rissen zurückkommen,
schafft Neues.
Work in progress.
Wir sind aus Erde.
Stabil, aber formbar.
Als Eckstein, als Fundament nur bedingt geeignet.
Dafür braucht es einen anderen.
Wunderrat, Ewig-Vater, Friedefürst.
Auf den kann man bauen.
Mit lebendigen Steinen aus Erde und Geist,

Unikate einer Serie. 


Gefunden bei marthori (da findet man sowieso Tolles!).

Der Ruf nach dem Orient - zur fünften O-Antiphon


Der Sieg des Unwahrscheinlichen - Predigt über Lk 1,46-55

Im Zentrum der Predigt steht ein Siegeslied. Man kann sich zu Recht fragen, ob Siegeslieder auf die Kanzel und in den Gottesdienst gehören. Zu den Höhepunkten musikalischen Schaffens gehören sie in der Regel nicht – das gröhlende Geheule der Überlegenen, das nur zu bestätigen scheint, was wir alle ahnen: Der Stärkere gewinnt doch. 

Warum dieses Siegerlied heute für Kanzel und Gottesdienst mehr als nur ein bisschen geeignet ist, das hängt unter anderem damit zusammen, dass hier niemand die eigene Stärke besingt. Und das hängt auch damit zusammen, wer dieses Lied anstimmt. Wir haben gerade in der Lesung gehört, um wen es geht. 

Krippe St. Bruno, Köln-Klettenberg, gemeinden.erzbistum-koeln.de


Elisabeth und Maria. Zwei Verwandte treffen sich. Beide sind schwanger. Grund zur Freude, sowieso, zwei Kinder im gleichen Alter, da kann man Kleidung und Erziehungstipps tauschen und gegenseitig babysitten. Normalerweise. Normal ist allerdings wenig bei diesen beiden schwangeren Frauen, denn bei beiden ist es nicht der blaue Streifen auf dem Schwangerschaftstest, nicht die morgendliche Übelkeit, sondern ein Engel, der über die „anderen Umstände“ im wahrsten Sinne des Wortes informiert. 

Elisabeth. 
Eine alte Frau. Kinderlos, das heißt mit ungesicherter Zukunft, weil niemand sich im Alter kümmern kann. Das heißt auch: Behaftet mit dem Stigma der Unfruchtbarkeit, im Volksglauben ein untrügliches Zeichen dafür, dass Gott sich abgewandt hat. 

Sie wird schwanger im hohen Alter. 
Unwahrscheinlich, sagen Medizin und Statistik. 
Unglaublich!, denkt sich vielleicht Zacharias, ihr Mann – und sagt erst einmal lange Zeit nichts. Unnatürlich, zischen die Nachbarn – vielleicht hält sich Elisabeth deswegen erst einmal fünf Monate lang versteckt. 
Unvermeidlich, sagt der Engel, und gibt dem ungeborenen Kind nicht nur einen Namen – Johannes, das heißt „Gott ist gnädig“ –, sondern auch eine ganze Liste mit Erwartungen mit auf den Weg, die selbst den ehrgeizigsten werdenden Eltern kaum einfallen wird: „Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. Und er wird vom Volk Israel viele zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“ 

Maria. 
Eine junge Frau, unverheiratet, nur verlobt, und das heißt, zumal dann, wenn der Verlobte ein gottesfürchtiger Mann ist, Jungfrau. 
Sie wird schwanger, ohne mit einem Mann geschlafen zu haben. 
Unwahrscheinlich, sagen die Taktvolleren. 
Unehelich, sagt Josef – und will sie heimlich verlassen. 
Unglaublich und unmöglich, sagen die meisten anderen. 
Unverzichtbar!, sagt die Kirche lange Zeit. 
Unwesentlich, sagen wir heute meistens. 
Unbeschreiblich und unerklärlich, sagt sogar der Engel. 
Unwahrscheinlich schön, sagt Maria, und fängt an zu singen: 

Mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; 
denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. 
Denn er hat große Dinge an mir getan, 
der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 

Und in ihrem Lied schwingt ein Echo mit, stimmt sie ein in den Gesang vieler Frauen vor ihr. Frauen wie sie, die Unwahrscheinliches erlebt haben: 
Sarah, die im hohen Alter noch ein Kind bekommt und erst einmal laut loslacht. 
Miriam, die die Flucht aus Ägypten vor der Streitmacht des Pharao und den unglaublichen Durchzug durch das Schilfmeer überlebt hat. Auch sie singt von der Größe Gottes, der Ross und Reiter ins Meer wirft und den Mächtigen Einhalt gebietet. 
Hanna, auch sie die Frau eines Priesters, auch sie unfruchtbar, auch sie eine späte Mutter, die davon singt, wie Gott die Niedrigen erhöht und die Mächtigen in ihre Schranken weist. 

Lieder, die einen Sieg der besonderen Art besingen und uns auf Weihnachten einstimmen: Den Sieg des Unwahrscheinlichen. 

Ein kleines Volk, das durch alle Verwerfungen der Geschichte hindurch überlebt. Kinderlose ältere Frauen, die späten Kindersegen erfahren. 
Eine Jungfrau, die schwanger wird mit einem Kind, das seinen Platz im Stammbaum Davids einnimmt, eines Königs, der ebenfalls mit einen unwahrscheinlichen Sieg gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner bekannt wird. 

Solche Siegeslieder gehören auf die Kanzel, in den Gottesdienst. Am vierten Advent und darüber hinaus. Sie halten die Hoffnung wach. Sie bewahren davor, sich mit dem scheinbar Unabänderlichen abzufinden. Sie singen buchstäblich von „anderen Umständen“ als denen, die unser Leben beherrschen. Sie stiften an zur Klage, zur Freude, zur Spurensuche im eigenen Leben. 

(c) flow-grow.de


Das Unwahrscheinliche siegt. 
Die unscheinbare junge Frau aus dem Vorderen Orient 
wird zu Hoffnungsträgerin der ganzen Welt. 
Lahme stehen auf. Blinde sehen. 
Niedergeschlagene werden aufgerichtet. 
Glaube hält stand gegen den Augenschein. 
Liebe überwindet Gleichgültigkeit. 
Hoffnung wird stärker als Angst. 
David gewinnt gegen Goliath, 
das Leben gegen den Tod. 
Auf der Fensterbank blüht mitten im Winter ein Kirschzweig, 
ein Grashalm durchbricht den Asphalt. 
Und die Welt ändert ihren Lauf. 

Unvernünftig, sagen die Realisten. 
Unwahrscheinlich, sagt die Statistik. 
Unglaublich, sagen die Zweifler. 
Unmöglich, sagt der Verstand. 
Ungünstig, sagen die Mächtigen. 
Unnötig, sagt der Zufriedene. 
Und Maria singt. 

Meine Seele erhebt den Herrn, 
und mein Geist freut sich Gottes, 
meines Heilandes; 
denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. 
Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. 
Denn er hat große Dinge an mir getan, 
der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 
Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht 
bei denen, die ihn fürchten. 
Er übt Gewalt mit seinem Arm 
und zerstreut, die hoffärtig sind 
in ihres Herzens Sinn. 
Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 
Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. 
Er gedenkt der Barmherzigkeit 
und hilft seinem Diener Israel auf, 
wie er geredet hat zu unseren Vätern, 
Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.

Amen.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Bakom julkrubban, eller: Jesusbarnet i askfatet.

Predikan vid Svenska föreningens luciafirande // Predigt im Luciagottesdienst der Schwedischen Gesellschaft Düsseldorf

Jag var i Betlehem i höstas och när jag botaniserade bland krubborna som fanns där i allsköns storlekar och former, var det en driftig försäljare som försökte pracka på mig en rätt så ful bjässe till krubba. Nej tack, sa jag, jag har faktiskt redan en julkrubba. Och han tittade storögd på mig och svarade: Men min käre herre, alla har fler krubbor än en. Jo, kanske det, sa jag, men bakom vår krubba finns det en berättelse. Och han tittade en lång stund på mig en lång stund, och sa sedan, med låg och menande röst: ”Det finns en berättelse bakom varje julkrubba.” 





Berättelsen bakom vår julkrubba börjar strax efter kriget i Tyskland. Farfar hade, som man brukade då, bytt till sig figurerna, stora bjässar i keramik, mot en säck mjöl, ett par paket cigaretter och en flaska hembränd. Sedan hade han stått i källaren och snickrat ihop ett stort stall som skulle rymma figurerna: Josef, Maria, ett par herdar med sina får, de tre vise män, och så Jesusbarnet. Krubban hade farmor fått i julklapp, och hon brukade säga att detta minsann var den finaste julklappen hon någonsin fått. Julgranen fick alltid stå på en pall för att hela stallet skulle få plats. På senare år efter farfars död har vi fått ta över krubban. Varje år på lillejulafton, när granen pyntades, ställdes den i ordning – förutom Jesusbarnet, det skulle farmor själv sätta på plats. Vi brukade skämta om det, brukade säga att farmor, som var en rätt så bastant kvinna, nog var den enda i hela världen kunde sätta Jesus på plats. Ett år så skulle vi ta fram allting. Vi hade precis flyttat - och till vår stora fasa upptäckte vi att figurerna farit rätt så illa. De hade blivit kantstötta, Josef hade tappat en arm och de tre vise männen saknade sina julklappar. Men värst av allt var att själva krubban var försvunnen. Var skulle Jesusbarnet få ligga? Och vi gick och bävade inför kvällen, när mormor skulle upptäcka förlusten. Det blev en rätt så tystlåten middag den julaftonen, och efter maten gick farmor upp från bordet och tog Jesusbarnet varsamt i sin hand och vacklade fram till krubban. 

Och då fick hon syn på det, och vi försökte förklara. En lång stund sa hon ingenting. Sen så gick hon fram till till ett av skåpen och tog fram ett litet askfat. Hon la i en serviett och Jesusbarnet ovanpå. Sedan tog hon ett steg tillbaka och tittade på sitt verk. Vilken syn. Jesusbarnet, liggandes i ett askfat, mitt i en brokig och trasig skara - en pappa med bara en arm – och tre vise män utan julklappar. Och plötsligt så utbrast hon: ”Äntligen blev det rätt!” 

Det finns en berättelse bakom varje julkrubba. Och bakom vartenda gulnat lucialinne uppe på vinden, varje nedärvt adventsljusstake, bakom de gamla recepten i gammalmodig och exakt handstil från en tid då man mätte med skålpund och kaffekopp och bara bakade med riktigt smör. Ett gammalt klenätjärn, en luciakrona. 

Och jag tror det lönar sig att ta reda på den historian, ibland ryms ett budskap i den. Som i berättelsen bakom vår julkrubba. Det lär mig att julen äger rum mitt i vår stökiga vardag. Vi behöver inte själva skapa den perfekte julen, det klarar vi ändå inte. När det blir perfekt – då är det när Gud kommer in i våra bräckliga och brokiga liv, och sveper in vår trasighet i sin kärlek. Och det lär mig att inte vara rädd, vare sig för trasigheten eller för livets mörker. Alldeles strax, innan Lucia tågar in, kommer vi att släcka alla ljusen. Och in i mörkret kommer Lucia med sitt följe, och Luciatåget blir på så sätt inte bara en fin och festlig tillställning som gör alla dem som är med samt föräldrarna oerhört stolta och lite pirriga. Lucia blir en budbärare, en påminnelse om att mörkret en gång ska upplysas en gång för alla. Jesus kommer. Advent. Amen.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Montag, 8. Dezember 2014

Oh! Oh! Die Weihnachtsgeschichte an Fäden!

Wie evangelisch.de vermelden kann, bringt die Augsburger Puppenkiste, die es ja als reguläres Kindertheater auch heute noch gibt, in diesem Winter die Weihnachtsgeschichte auf die Bühne. Als großer Fan der Weihnachtsgeschichte und der Puppenkiste juckt es natürlich in den Fingern, schnell einen Eintagesurlaubsantrag an die Superintendentur zu faxen und sich auf in den Süden zu machen - selbst auf das Risiko hin, keine der Restkarten an der Tageskasse zu bekommen. 

Schade nur, dass bei der "möglichst bibeltreuen" (und d. h. wohl vor allem schneefreien) Inszenierung die Altstars in der Vitrine bleiben dürften.


Sonntag, 7. Dezember 2014

Omas Plätzchen. Und: Jesus kommt. - Predigt über Lk 21,25-33

Liebe Gemeinde, einmal im Jahr werde ich konservativ. Advent. Da soll es alt und echt sein. An der Wand hängt mein alter Adventskalender, ein Nikolaus aus Filz, früher so groß wie ich, mit vierundzwanzig kleinen Taschen. Ein paar davon beginnen sich zu lösen, der Filz ist an manchen Stellen so ausgedünnt, dass die Wand dahinter durchscheint, aber ohne meinen Nikolaus ist kein richtiger Advent! Und ohne Plätzchen auch nicht. Und zwar die richtigen, nach Rezept von Oma, in gestochen scharfem Sütterlin notiert, 200g Mehl, 350 g Butter – „gute Butter!“, steht am Rand, das muss sein, einmal im Jahr, ohne Omas Plätzchen ist kein richtiger Advent! 
Und ohne unsere alte Weihnachtskassette auch nicht. Im Keller steht ein alter Kassettenrecorder, der nur für vier Wochen im Jahr abgestaubt und hochgeholt wird, nur für diese eine Kassette. Tölzer Knabenchor, Fritz Wunderlich, Hermann Prey. Es leiert und knackt ein bisschen, aber das gehört dazu, ohne die Musik ist kein richtiger Advent! 

Würde eine Soziologin oder ein Psychologe mich beobachten, er oder sie hätte sicher eine Erklärung parat: Der Adventskalender, die Plätzchen, die Musik – alles Versuche, eine idealisierte Vergangenheit heraufzubeschwören, Fluchtpunkte und Inseln der Geborgenheit in einer unüberschaubaren Gegenwart, deren harte Kanten im Kerzenschein etwas weicher erscheinen. Mag alles sein, würde ich dem Psychologen oder der Soziologin sagen, und jetzt entschuldigen Sie mich, ich muss noch Kerzen kaufen, denn ohne unsere alte Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge ist auch kein richtiger Advent. 

(c) Dorothea Jacob / pixelio.de


Und dann kommt Jesus. 

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. 

Ich lese diesen Text, und der Tölzer Knabenchor klingt schrill und schief, die Plätzchen zerbröseln, die Figuren der Weihnachtspyramide laufen schneller. Gerade bei den ersten Sätzen. Nicht, weil es alles so abwegig wäre. Sondern weil ich das Gefühl kenne, das Jesus da beschreibt. Auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde. Ich kenne das Gefühl, manchmal stellt es sich ein, schleicht sich von hinten an. Wenn ich Zeitung lese, wenn die Schlagzeilen über den Bildschirm flimmern, von Entwicklungen, die kaum steuerbar erscheinen: Die nächste Immobilienblase. Ebola – und all die anderen Erreger, die nur eine Mutationsstufe von der Resistenz gegen unsere Wundermittel entfernt sind. Der Klimawandel. Russland. IS. 

Und ich verstehe den cantus firmus, diese grundlegende Melodie unserer Adventslieder, die Sehnsucht, die sich darin Ausdruck verschafft, das flehende Rufen nach einer anderen, besseren Welt. 
Da sind die Flüchtlinge aus den Elendsecken dieser Welt. Hoffnungen zerschellen an unseren dichten Grenzen, unseren Mauern aus Angst und Paragrafen. O Heiland, reiß ab, wo Schloss und Riegel für. 
Da ist die alte Frau aus meiner Gemeinde in Köln. Sie wird irre an einem Leben, in dem sie allein übrig ist, nachdem ihr Mann und Tochter genommen wurden. Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt? 
Da ist die junge Rumänin. In einer viel zu billigen, viel zu dünnen Jacke wandert sie die Grupello- oder Charlottenstraße auf und ab, flüstert jedem Mann, dem sie begegnet, mit einer eindeutigen Geste zu: Zehn Euro! O Sonn, geh auf, ohn deinen Schein in Finsternis wir alle sein. 

Und dann kommt Jesus. 
Kommt mit Worten, die sich sanft wie kühlender Tau auf die Risse der Welt legen, summt eine leise, aber durchdringende Melodie gegen das Tosen und Wogen der Mächte und Gewalten. Nimmt mich ernst, wo ich nicht weiter weiß: In der Welt habt ihr Angst… aber lässt mich damit nicht stehen: Seid getrost, denn ich habe die Welt überwunden. 
Malt mir einen neuen Himmel und eine neue Erde vor Augen, in der kein Leid, kein Schmerz, kein Geschrei mehr sein wird und alle Tränen abgewischt werden. Und macht damit unmissverständlich klar, dass die, denen Unrecht getan wird, Recht bekommen sollen und werden. 

Würde jetzt jemand zuhören, der diese Stimme selbst noch nicht gehört hat, er hätte sicher eine Erklärung parat: Typische Krisenreaktion, und billige Vertröstungsmechanismen noch dazu, das alte Machtspiel der Kirchen, um sich das soziale Unrecht vom Leib und Menschen klein zu halten. Das alte Entsagungslied, das eiapopeia vom Himmel, mit dem man einlullt, wenn es weint, das Volk, den großen Lümmel. Mag alles sein, würde ich sagen, aber hören Sie ihm doch weiter zu: Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Ich mag diesen Satz, auch und gerade in dieser alten Übersetzung, mit Wörtern, die ich im Alltag nicht benutze, die aus der Zeit gefallen scheinen, oder eher: Von außen in unsere Zeit hereinbrechen. Seht auf und erhebt eure Häupter, das klingt gewichtiger und stärker, ist etwas ganz anderes als ein lapidares „Kopf hoch!“ Das klingt nach Würde, und ich glaube, genau darum geht es. 

Erhebe dich, steh auf – so oder so ähnlich spricht Jesus mit den Menschen, denen er auf seinem Weg nach Jerusalem, zu dem Platz, auf dem er diese Rede hält, begegnet, und das durchzieht sein Tun ihnen gegenüber. Das erlebt der junge besessene und krampfgeschüttelte Mann, der von allen Seiten nur als Kranker behandelt, der immer nur geschoben und gezogen wird. Erhebe dich, steh auf. Das sagt Jesus zu der Frau, die ihr Leben lang unter ihrem gekrümmten Rücken leidet und niemandem auf Augenhöhe begegnen kann. Erhebe dich, steh auf. All diese Wunder, all diese Heilungen in Fällen, in denen unsere Prognosen keine Perspektive mehr bieten, münden darin: Die Geheilten richten sich auf, und hoch erhobenen Hauptes gehen sie erste Schritte in ein neues Leben als freie Menschen. In der Theologie sagen wir, dass in diesen Wundern das Reich Gottes aufblitzt, dass sie erahnen lassen, wie es sein soll und sein wird: Menschen werden befreit aus Fremdbestimmung und Isolation, erkennen sich selbst und werden von anderen erkannt als das, was sie sind: Gottes Kinder, die Seinen Namen tragen und deren Gesichtszüge die Verwandtschaft zeigen. 

Ich glaube, das passiert. Auch heute. Wenn die vielen, vielen Spenden, die wir in diesen Wochen sammeln, an Projekte gehen, die Menschen Starthilfe geben für ein selbstbestimmtes Leben. 
Das passiert. Wenn Sie heute aufgerichtet und erhobenen Hauptes aus diesem Gottesdienst gehen können. 
Das passiert. Wenn wir auf andere Menschen stoßen, die das, was wir heute gehört haben, auch brauchen können. Wir werden sie finden, wenn wir die Augen offen halten, draußen auf der Bolkerstraße oder dem Karlsplatz, oder, wenn wir uns trauen und Jesu Weg weitergehen, auf der Grupello- und Charlottenstraße. Wir werden sie finden, und sie werden uns deutlich zeigen, was sich ändern muss, damit auch sie es hören können: Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich unsere Erlösung naht: Jesus kommt. Advent. 

Liebe Gemeinde, ein bisschen konservativ bin ich schon geblieben, was den Advent angeht. Wohl wissend, dass unsere Hoffnung eben nicht auf Bewahrung und Erhaltung zielt, sondern sehr genau im Blick hat, dass diese Welt nicht so bleiben kann, wie sie ist. Ich möchte auf meinen Nikolausadventskalender, meine Weihnachtspyramide und Omas Plätzchen (mit guter Butter!) nicht verzichten. Ich ahne, dass Zeiten kommen können, da werden sie ihren Zauber verlieren, da wird selbst der Tölzer Knabenchor nicht gegen das Brausen und Wogen ansingen können. Dann hoffe ich, dass Jesus kommt. Als ein Gegenüber, dem ich meine Angst entgegenschleudern kann. Dann hoffe ich, dass er zu mir spricht, wie zu den Jüngern in seiner letzten großen Rede, dass ich ihn hören kann, wenn er mir sagt: Was Du vor Augen hast, was Dich erschreckt und klein macht, wird immer nur das Vorletzte sein und nicht das letzte Wort haben. Dann hoffe ich, dass mir in der Kirche oder draußen jemand entgegenkommt, der mir unter die Arme greift und mir seine Worte sagt: Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Amen.

Montag, 1. Dezember 2014

Von "Jahresendflügelfiguren" und der schweren Suche nach neuen Adventsliedern

Sonntag, erster Advent. Ich sitze inmitten einer wuselnden Schar von kleineren und größeren Kindern und Jugendlichen. Schön ist es, aber das muss es auch sein, am ersten Advent erwarten die Leute was, und so wird aufgeboten, wer nicht bei drei auf dem Tannenbaum ist und noch dazu ein paar Eltern und Geschwister in den Gottesdienst lockt. Begrüßung, Singen, nochmal Singen, Psalmumdichtung, wieder Singen, Jesus auf Esel (haha, komischer König, so isser halt, der Jesus), Singen, Kinderchor verläuft sich auf dem Weg zum Altar, sehr süß, wieder Singen, irgendwas mit Tieren, Advent ist nicht nur Kommerz, aber trotzdem schön. Singen, Viertelstunde Fürbitten, Vaterunser, Singen, Segen. Fertig. Plätzchen.

Die wirklich noch sehr jungen Kinderchorkinder singen das, was halt so verfügbar und musikalisch wie textlich zu bewältigen ist: Zünde ein Lichtlein an, Weihnacht wird es dann. Sei auch du dabei, dass es wirklich Wahrheit sei... und so weiter. Da die Kinder das Lied gleich mehrfach hintereinander singen, ist Zeit und Muße für genaues Zuhören und Nachlesen. Ich fände es äußerst interessant, mal ein bisschen der theologischen Semantik neuerer Advents- und Weihnachtstexte nachzugehen, zu fragen, was so ein bedeutungsschwanger deklamiertes "es wird Weihnachten" eigentlich bedeutet, oder wofür genau "Betlehem" alles ein Chiffre ist. Wahrscheinlich wird man einer postmodernen Gesetzlichkeit auf die Spur kommen, die das "Werden" von Weihnachten an menschlichen Kerzenaktionismus bindet. Theologisch nicht ganz unproblematisch - aber irgendwie auch nicht überraschend. Ein Freund und Kollege ächzte letztens über das auch immer wieder gern gesungene "Möge die Straße...", eine Vertonung eines irischen Reisesegens, und fragte, ob nicht ein Vers wie "...doch drücke seine [=Gottes] Faust dich nicht zu fest" Ausdruck eines potenziell pathologischen Gottesbildes sei. 

Aber nun. Da das Lied kurz ist, singen wir es ein paar Mal hintereinander, langsam fällt die Gemeinde ein (immerhin sind ja Noten abgedruckt), aber doch mit genug Anstand, die Kinder nicht zu übertönen, die im Altarraum mit großem Ernst, aber doch erkennbarem Spaß am Vornestehen ihr Lied intonieren. Hinter mir klicken Handy- und Digitalkameras, und, ach, ich kann es den Eltern gar nicht verdenken - stünden meine da vorne, ich würde es genauso machen. Und ich bin froh, dass bei uns die Kinder zum Singen animiert werden und kann kaum ermessen, wie bedeutsam solche Arbeit als Kinder- und Jugendarbeit ist.

Beim dritten oder vierten Durchgang festigt sich ein zunächst vages Gefühl von déjà-vu (oder -entendu) - irgendwas an dem Lied ist bekannt. Natürlich kenne ich das Lied, das ist es nicht. Aber die Melodieführung, der Text... Mir fällt ein Adventskaffeetrinken vor ein paar Jahren ein. Es gab Dresdner Stollen, richtigen sogar, denn die Verwandten kommen aus der ehemaligen DDR. Im Hintergrund lief eine alte Eterna-Schallplatte, Bald nun ist Weihnachtszeit, und der Kinderchor des real existierenden sozialistischen Rundfunks sang: "Vorfreude, schönste Freude, Freude im Advent."


Die ganze CD ist aus kulturgeschichtlicher Sicht ungemein interessant, weil sie auf eindrucksvolle Weise das Bestreben dokumentiert, aus politischen Gründen Traditionen umzuformen, der Advents- und Weihnachtszeit ihre religiöse Dimension zu nehmen und dies, unter Rückgriff auf eine entsprechende musikalische und bildliche Formensprache, als ursprünglich und traditionell auszugeben. Diejenigen Lieder, die speziell für diese Aufnahme geschrieben wurden, beschwören nostalgische Gefühle, bemühen eine diffuse Lichtmetaphorik und lassen Weihnachten als Selbstzweck am Ende einer emotional aufgeladenen Warte- und Vorbereitungszeit erscheinen. 

25 Jahre nach der Wiedervereinigung erweist sich dieses Konzept als überaus langlebig und erfolgreich. Anfang und Mitte der Neunziger wurde in Karneval, Feuilleton und Kabarett noch ausgiebig gekichert und gekalauert über echte oder vermeintliche Begriffe aus dem offiziellen Sprachgebrauch, als grotesk-repräsentatives Beispiel für die DDR-Nomenklatur galt der Ausdruck "Jahresendflügelfigur" (statt "Weihnachtsengel"). Ob es diesen Begriff offiziell tatsächlich gegeben hat, scheint fraglich (den bisherigen Forschungsstand hat Bodo Mrozek vor einigen Jahren im SPIEGEL zusammengefasst). 
Aber wie so oft im Leben wird die Satire rechts und links von der Wirklichkeit wiederholt: Alle Jahre wieder häufen sich die Berichte über Kindertagesstätten oder Eingaben linkesparteiischer Politiker, die im Bemühen um weltanschauliche Neutralität und im typisch humanistisch-fundamentalistischen Irrglauben, man könne ideologisch sterile Räume schaffen, Sankt Martin zum Laternen- oder Sonne-, Mond- und Sternefest erklären. Wie engstirnig und pädagogisch fragwürdig solche Unternehmen sind, braucht nicht extra betont zu werden.

Mich wurmt, dass wir im kirchlichen Rahmen solche Entwicklungen stillschweigend und manchmal auch lautstark unterstützen. Die bestürzend inhaltsleere Begleitbroschüre "Alles hat seine Zeit" zur überaus nervigen Advent ist im Dezember-Kampagne der EKD tut im Grunde nichts anderes, wenn in weitgehend konsequentem Verzicht auf eine theologische Qualifikation das diffuse "Warten" auf etwas nicht näher Benanntes gehypet und mit unerträglich platter Naturlyrik und gutbürgerlich-säkularen Traditionen unterfüttert wird. Besagte Kampagne ist auch ein deutliches Zeichen dafür, wie schwer es uns als Kirche fällt, deutlich zu machen, was genau die immer wieder betonte Bedeutung unserer Fest- und Fastenzeiten eigentlich ausmacht. 




Lieder schreiben ist schwierig, klar. Und kindgerechte allemal. Und kaum ein Musiksektor ist derart konservativ wie der Markt der Advents- und Weihnachtslieder, auf dem sich Neues kaum oder nur sehr verzögert durchsetzt. Aber es muss doch auch Adventslieder geben, die sich nicht in Lebkuchenduft und diffuser Lichtmetaphorik erschöpfen, die den Reichtum theologischer Deutungsmöglichkeiten aufnehmen, ohne vorschnell in werkgerechte Affekte zu verfallen. Tipps und Liedvorschläge werden in den Kommentaren gern entgegen genommen - und vielleicht müsste man von kirchlicher Seite einen Anreiz schaffen. Wettbewerbe zu Tauf- und Passionsliedern gab es in den letzten Jahren, einer zum Reformationsjubiläum läuft soeben an. Warum nicht mal was zu Advent und Weihnachten? 


Samstag, 22. November 2014

Fernsehpfarrer: Fast ein bisschen Fernsehgeschichte

Man fällt förmlich von der Fernsehcouch vor lauter Aktualität in der neuen Folge der Herzensbrecher (hier zu sehen): Letzte Woche hat nun auch die westfälische Landessynode festgehalten, dass Winkelmessen vorreformatorischer Schnickschnack und "päbstische Grewel" und Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im Gottesdienst erlaubt sind. Und auch in der Heilandkirche geht es diese Woche kaum um etwas anderes, nebenbei wird fast ein bisschen Fernsehgeschichte geschrieben. 

DIE DIENSTLICHE EBENE


Schon letzte Woche hatte sich Sohn Nummer II in privatim geoutet, nun auch vor der ganzen Familie. Und auch dienstlich bekommt der Fernsehpfarrer es mit dem Thema zu tun: Ein schwules Paar möchte sich kirchlich trauen lassen und wendet sich dafür an den jungen Nachwuchspastor Wenkstern. Der jedoch entpuppt sich als erzkonservativer Knochen und weigert sich. Die beiden Amtsbrüder streiten sich lauthals darüber und führen die üblichen Argumente beider Seiten ins Feld; sogar das EKD-Familienpapier und der es verantwortende Ratsvorsitzende finden Erwähnung, das Drehbuch zeigt hier fast schon ans Schlüsselromanhafte grenzende Qualitäten. 

Dadurch, dass die beiden Talarträger sich vor der gesamten Belegschaft streiten, haben alle anderen auch Gelegenheit, ihre persönliche Meinung zum Thema abzusondern; das Spektrum dürfte so ziemlich alles abdecken, was auch in Gemeinden kursiert, besonders positiv fällt dabei wieder einmal die in letzter Zeit ohnehin aus dramaturgischen Gründen ganz stark menschelnde Presbyteriumsvorsitzende auf.



Wie realistisch das ist? Nun ja. Der theologische Nachwuchs steht im Moment gerade bei älteren Kolleg_innen unter einer Art Generalverdacht, engstirnig, rückwärtsgewandt, konservativ zu sein. Ich bezweifle das, zumal in der Postmodernen die Zugehörigkeit zu einem bestimmten konfessionellen Milieu nicht mehr automatisch an bestimmte theologisch-ethische Grundsätze geknüpft sind - eine Studentin sagte einmal: "Ich kann doch Lobpreislieder mögen und gleichzeitig für die Homo-Ehe sein!" Sicherlich gibt es Generationskonflikte (die allerdings selten ausgefochten werden, weil auf den Pfarrkonventen die Pfarrer_innen U40 in der absoluten Minderzahl sind, wenn sie denn überhaupt vorkommen), die auch mit Prägungen und Vorstellungen von Wesen und Auftrag der Kirche zu tun haben. Das hängt aber m. E. damit zusammen, dass heutige Studierende sich aus bestimmten Gründen sehr bewusst für ein Theologiestudium und für den Pfarrberuf entscheiden - heutzutage studiert niemand mehr Theologie, weil der NC für Sozialpädagogik zu hoch ist.
Von daher ventiliert die Serie an der Stelle durchaus Stereotypen, die in mancherlei Köpfen genauso existieren. 

Aber damit ist der dienstliche Teil der Affäre noch nicht beendet: Nachdem Pfarrer Tabarius die Kasualie übernommen hat, kommt es zum Konflikt mit besagtem Paar, als er ihnen eröffnet, dass er sie mitnichten "trauen", sondern nur "segnen" könne. Das entspricht geltendem Kirchenrecht im Rheinland (nur handeln die Artikel 16 und 17, die Tabarius in dem Zusammenhang nennt, von den Aufgaben des Presbyteriums) - und es ist auch in der Hinsicht realistisch, dass der Unterschied zwischen Trauung und Segnung Außenstehenden (und denkenden Menschen im Allgemeinen) nur schwer zu vermitteln ist. Einer der beiden Trauwilligen macht daraufhin einen Rückzieher, im entsprechenden Gespräch finden auch durchaus aktuelle Toleranzdiskurse ihren Niederschlag (btw.: Das Wort wurde nachweislich zum ersten Mal von Martin Luther im Deutschen verwendet und war bei ihm, wie es sich auch noch bei Goethe andeutet, explizit negativ besetzt). Pfarrer Tabarius kann sie natürlich doch überreden, weist auf den demonstrativen Charakter einer öffentlichen gottesdienstlichen Handlung hin, und so wird wenig später in der Bonner Heilandkirche aus vollem Männerherzen (und mit farblich falscher Stola) gesegnet. 


Wie realistisch das ist, darüber ließe sich streiten, denn: Es dürfte nicht selten vorkommen, dass Pfarrer_innen (in Absprache mit dem Presbyterium und mit guten theologischen Argumenten) über die noch bestehenden Regelungen hinweggehen und regelrechte "Traugottesdienste" auch mit schwullesbischen Paaren feiern. In der Praxis führt das nur zu dem Problem, dass die bestehenden Regelungen, die in allem "Interimslösung" atmen, nicht angetastet werden, weil niemand die Notwendigkeit sieht. Das ZDF jedenfalls schreibt damit fast Fernsehgeschichte, denn es zeigt m. W. die zweite gottesdienstliche Begleitung eines schwulen Paares im deutschen Fernsehen - die ersten waren 2010 die Kollegen von der ARD, als Dirk Bach die (nicht mehr) Verbotene Liebe von "Chrolli" öffentlich segnete (hier gibt es sogar eine Radioandacht dazu). Und ich finde es durchaus festhaltenswert (auch im Blick auf die legendäre Lindenstraßenfolge von 1990), dass ethisch motivierte und notwendige Tabubrüche auch heute noch vor allem bei den Öffentlich-Rechtlichen stattfinden, während die Privaten sich oft auf das Durchbrechen von Geschmacksgrenzen beschränken.

(c) express.de

Nun hat aber das Thema Homosexualität nicht nur eine dienstliche Dimension; wie bereits gesagt, beschäftigt die Familie Tabarius das Coming-Out des Zweitältesten. 

DIE PRIVATE EBENE


In der Familie geht es hoch her: "Tom" outet sich mit einigem Getöse beim brüderlichen Fernsehabend, und jeder geht so nach seiner Facon damit um: Tabarius demonstriert Akzeptanz und Vaterliebe, neigt aber ein bisschen zu großen Gesten, was dem Sohn negativ aufstößt. Auch der älteste Sohn zeigt uneingeschränkte Solidarität bei gleichzeitigem Rückfall in pathologisches Vokabular. Der Zweitjüngste findet's schlimm und ekelig, was er bei Tisch in Knittelversen unmissverständlich kundtut, wird aber gegen Ende der Folge zur Räson gerufen. Der Jüngste betet bei Tisch: "Mach, dass Tom doch nicht schwul ist, damit er nicht so viele Probleme bekommt..." - eine nette gebetstheologische Reminiszenz an die alte von Praunheim'sche Erkenntnis: Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (besagter Film wurde 1970 übrigens im Auftrag des WDR gedreht). 

Die Serie wagt dabei ein offenes Ende: Während sich Pfarrhaus, Kirche und gottesdienstliche Gemeinde als Schutzräume erweisen, erfährt "Tom" bei der Rückkehr in die Schule unverhohlene Diskriminierung. Das ist selten für das Vorabendfernsehen und bei allen Cliffhangerfunktionen zu würdigen. 



A propos Cliffhanger: Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Der Zweitälteste muss sich mindestens mit seinem besten Freund noch versöhnen (man munkelt, dass die Frauenhilfen in den Gemeinden bereits um Kuchen wetten, ob sie sich nicht vielleicht doch am Ende kriegen). Und in der Gemeinde hängt nach dem dramatischen Streit der Pfarrer und dem energischen Auftritt der Sekretärin der Haussegen mehr als schief. 

Sie ist es auch, die, vom pastoralen Konsensfähigkeitsdiktat ihres Vorgesetzten befreit, deutlich macht: Nach zwanzig Jahren der Diskussion auf allen kirchlichen Ebenen ist die Frage nach dem Umgang mit Homosexualität in erster Linie keine Frage der Theologie mehr. Sondern des Charakters.

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Übrigens: Im Nachgang der Folge unternehmen die Herzensbrecher wieder einmal den Durchbruch durch die vierte Wand: Kurz nach Ausstrahlung der Folge meldet sich auf der FB-Page der Serie Wenkstern-Darsteller Lee Rychter per Video zu Wort und lädt zur Debatte ein: "Mich würde sehr interessieren, wie ihr das seht, inwieweit man dazu heutzutage überhaupt noch die Bibel zitieren kann und sich darauf berufen kann, inwiefern das alles überhaupt noch so funktioniert und ob das alles nicht längst schon überholt ist. Und inwiefern das überhaupt mit der Institution Kirche zu vereinbaren ist. Deswegen könnt Ihr hier fleißig kommentieren, liken, sharen, bzw. teilen... Sharing is Caring, "Geben ist seliger denn Nehmen", hab' ich gelernt, Apostelgeschichte 20,35."